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Durchfall (Diarrhoe) – was hilft gegen Durchfall?

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Durchfall (Diarrhoe) ist ein sehr unangenehmes Symptom, das fast jeder schon einmal erlebt hat. Durchfall äußert sich durch häufigen Stuhldrang und wässrige Stuhlkonsistenz. Während viele Menschen Durchfall mit einer Lebensmittelvergiftung oder einer Magen-Darm-Infektion in Verbindung bringen, können auch andere Erkrankungen wie z.B. Störungen im Hormonhaushalt oder ein Reizdarm die Ursache für Durchfall darstellen. Da sich in seltenen Fällen auch eine bösartige Erkrankung hinter Durchfällen verbergen kann, ist eine ärztliche Abklärung bei starken oder länger andauernden Beschwerden erforderlich. Allgemein ist strenge Hygiene bei Durchfallerkrankungen sehr wichtig, um eine Übertragung auf Mitmenschen zu verhindern. Im Folgenden wird erklärt, was Durchfall genau ist, welche Ursachen verantwortlich sein können, welche Untersuchungen notwendig sind und wie Durchfall mit Medikamenten und Hausmitteln behandelt wird.


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Was genau ist Durchfall?

Von Durchfall spricht man, wenn Betroffene

  • mehr als drei Mal täglich auf die Toilette müssen
  • der Stuhl von wässriger oder von dünnflüssiger/breiiger Konsistenz ist (Bristol Stuhlform Skala 5 oder höher)
  • die Menge des Stuhls mehr als 250 Gramm am Tag beträgt

In der Realität unterscheiden sich die Häufigkeit und die Beschaffenheit (Konsistenz) des Stuhls bei jedem einzelnen Menschen, sodass es manchmal schwierig sein kann zu entscheiden, ob die Kriterien zutreffen. Die Menge des Stuhls kann bei einer sehr ballaststoffreichen Ernährung beispielsweise durchaus 250 Gramm überschreiten. Ebenso kann es sein, dass eine gesunde Person mehr als drei Mal täglich festen Stuhlgang hat, was noch nicht als Diarrhö gilt.

Wichtig ist es daher, insbesondere Änderungen der Häufigkeit und der Konsistenz zu berücksichtigen.

Durchfall wird außerdem nach der Dauer in akuten Durchfall und chronischen Durchfall unterteilt:

  • akuter Durchfall dauert maximal zwei bis vier Wochen
  • von chronischem Durchfall spricht man ab einer Dauer von vier Wochen

Wie wird Durchfall behandelt?

Die meisten Fälle des akuten Durchfalls werden symptomatisch behandelt. Das bedeutet, dass nicht die Ursache an sich, sondern die Beschwerden behandelt werden. In den meisten Fällen klingt akuter Durchfall auch ohne ursächliche Behandlung nach drei bis fünf Tagen ab. Gerade bei starken Durchfällen verliert der Körper viel Wasser und Elektrolyte, weshalb der Ersatz von Elektrolyten und Flüssigkeit die wichtigste Maßnahme darstellt.

Fruchtsäfte und Limonaden wie Cola sind hierfür nicht geeignet, da der hohe Zuckergehalt Durchfall sogar verstärken kann.

Bei sehr schweren Durchfällen wie Cholera kommt hierzu die sogenannte WHO-Trinklösung zum Einsatz, die auch ORS (Oral Rehydration Solution) genannt wird. Ein Liter dieser Trinklösung gegen Durchfall setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • 13,5 Gramm Traubenzucker (Glucose)
  • 2,9 Gramm Natriumcitrat
  • 2,6 Gramm Kochsalz (Natriumchlorid)
  • 1,5 Gramm Kaliumchlorid

Die WHO-Lösung kommt bei schweren Salz und Wasserverlusten durch Durchfall zum Einsatz. Sie ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Von der Lösung sollten pro 24 Stunden etwa 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht getrunken werden, was etwa drei Litern bei einem Körpergewicht von 75 Kilogramm entspricht.

Welche anderen Hausmittel helfen gegen Durchfall?

Grundsätzlich ist es bei Durchfall wichtig, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Entsprechend sollte man viel Wasser oder Tee trinken und Elektrolyte zuführen. Dafür gibt es spezielle fertig gemischte, rezeptfreie Präparate in der Apotheke. Außerdem gibt es einige pflanzliche Hausmittel, die möglicherweise bei Durchfall helfen könnten. Dazu zählen geriebener Apfel, Flohsamen(schalen), getrocknete Heidelbeeren, Brombeerblätter, Möhrensuppe nach Moro sowie Tormentill- und Uzarawurzel. Auch wenn manche Laborstudien und Tierstudien darauf hinweisen, dass diese Hausmittel eventuell bei Durchfall helfen könnten, gibt es keine klinischen Studien, die die Wirkung von deren Inhaltsstoffen auf den Menschen ausreichend gründlich untersucht haben. Deshalb kann die Verwendung dieser Hausmittel von ärztlicher Seite aus nicht empfohlen werden.

Wie wirken pflanzliche Hausmittel gegen Durchfall?

Apfel als Hausmittel gegen Durchfall

Die mögliche Wirkungsweise von geriebenem rohen Apfel gegen Durchfall beruht darauf, dass direkt unter der Schale so genannte Pektine (pflanzliche Polysaccharide) sitzen, die im Darm wie Quellstoffe wirken und Flüssigkeit und Giftstoffe binden können. Das Entscheidende ist, dass der Apfel mit Schale gerieben wird, da hier ein großer Anteil an Pektinen enthalten ist. Die in Erfahrungsberichten geschilderten Wirkungen könnten ansonsten ausbleiben.

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Flohsamen als Hausmittel gegen Durchfall

Auf einem ähnlichen Prinzip beruht die Anwendung von indischen Flohsamen. Laut Erfahrungsberichten sollen zerkleinerte Flohsamenschalen am besten wirken. Diese werden in etwas Wasser angerührt und dann getrunken. Flohsamen sind vielseitig einsetzbar und wirken vermutlich nicht nur gegen Durchfall, sondern auch gegen Verstopfung. Sie tragen möglicherweise zu einer gesunden Stuhlkonsistenz bei.

Heidelbeeren und Brombeerblätter als Hausmittel gegen Durchfall

Heidelbeeren und Brombeerblätter gelten seit Jahrhunderten als wirksame Hausmittel bei Durchfall, obwohl es bislang keine Studien gibt, die diese Tatsache belegen können. Vertreter der Alternativmedizin sagen, dass bei dem Einsatz von Heidelbeeren gegen Durchfall darauf zu achten ist, getrocknete und keine frischen Früchte zu verwenden. In den getrockneten Früchten sind in hoher Konzentration sogenannte Gerbstoffe enthalten, die vermutlich bei Durchfall wirksam sind. Gerbstoffe könnten die Schleimhäute vor den Erregern schützen und die übermäßige Wasserausscheidung verhindern. Brombeerblätter können in Form eines Aufgusses als Tee getrunken werden. Sie enthalten ebenfalls Gerbstoffe und wirken vermutlich analog zu den getrockneten Heidelbeeren.

Deutsche Magen-Darm-Ärzte bemängeln allerdings, dass zur Wirksamkeit von Gerbstoffen bei Durchfall keine kontrollierten Studien vorliegen und ihr Gebrauch deshalb nicht empfohlen werden kann.

Möhrensuppe als Hausmittel gegen Durchfall

Ein anderer Wirkmechanismus verbirgt sich hinter der Möhrensuppe nach Moro. Ernst Moro war Kinderarzt und entdeckte Anfang des 20. Jahrhunderts die Wirkung von Möhrensuppe gegen Durchfall. Die Zusammensetzung dieser Suppe ist sehr einfach: Möhren, Wasser, etwas Salz. Das Entscheidende ist laut Alternativmedizin, dass die Möhren lange gekocht und dann püriert werden. Dadurch entstehen Zuckermoleküle, die sogenannten Oligogalacturonide. Krankmachende Keime binden normalerweise an Strukturen der Darmwand. Oligogalacturonide ahmen diese Strukturen der Darmwand vermutlich nach. Dadurch können binden die krankmachenden Erreger an diese Zuckermoleküle binden und werden mit diesen ausgeschieden. Die schädigende Wirkung der Keime auf die Darmwand und damit auch der Durchfall werden gelindert. Ob dieses in der Theorie plausible Konzept auch in der Praxis dazu führt, dass sich die Durchfall-Symptome verbessern, wurde nicht in klinischen Studien überprüft.

Tormentillwurzel als pflanzliches Mittel gegen Durchfall

Die Tormentillwurzel ist mit einem Gerbstoffgehalt von bis zu 22 Prozent und weiteren Inhaltsstoffen wie z.B. Triterpenen möglicherweise auch gegen Durchfall wirksam. Eingenommen wird die Tormentillwurzel in Form von Tee, der aus einem Aufguss von ca. 2 Gramm der getrockneten Tormentillwurzel gewonnen wird. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe soll die Tormentillwurzel über entzündungshemmende, wundheilungsfördernde und schleimhautschützende Eigenschaften verfügen und ebenfalls dem Wasserverlust entgegenwirken.

In einer kleinen Studie an Kindern mit Rotavirus, einem Durchfallerreger, konnte gezeigt werden, dass bei Kindern, die einen Extrakt aus Tormentillwurzel bekamen, der Durchfall schon nach drei Tagen abklang, verglichen mit einer Gruppe, die nur ein Scheinmedikament (Placebo) bekam.

Während die Tormentillwurzel auch in Europa verbreitet ist, stammt die Uzarawurzel aus Südafrika, wird aber seit über 100 Jahren auch in Deutschland verwendet. Die Inhaltsstoffe der Uzarawurzel wirken eventuell krampflösend und hemmen möglicherweise den Wasser- und Elektrolytverlust im Darm.

Sowohl die Tormentill- als auch die Uzarawurzel sind aber bislang noch unzureichend untersucht, sodass der Gebrauch von ärztlicher Seite nicht empfohlen werden kann.

Früher kamen ebenfalls Extrakte aus dem Schlafmohn zum Einsatz, da dieser morphinähnliche Stoffe (Opioide) enthält, die schmerzlindernd und darmlähmend wirken. Aufgrund des Suchtpotentials ist dies jedoch unüblich geworden.

Medikamente gegen Durchfall – was hilft?

Daneben gibt es einige Medikamente, die bei akutem Durchfall eingesetzt werden können:

Hemmung der Darmbewegungen / Senkung der Stuhlfrequenz und -menge:

  • Loperamid (allerdings nicht bei allen Durchfall-Ursachen)

Linderung von Schmerzen und Bauchkrämpfen:

  • Gut: Paracetamol, Metamizol, Opioide, Butylscopalamin
  • Zu vermeiden: Aspirin, Ibuprofen und andere cortisonfreie Schmerzmittel (NSAR), Coxibe

Besonders Loperamid hilft Betroffenen, die Durchfälle zu lindern und so einen starken Wasserverlust zu verhindern. Auch in der Therapie bei chronischen Durchfällen kann Loperamid als Medikament bei Reizdarm verwendet werden. Bei Durchfällen, die durch Krankheitserreger bedingt sind, kann der Einsatz von Loperamid den Krankheitsverlauf allerdings verzögern, da die Ausscheidung des Erregers gebremst wird. Deswegen sollte der Einsatz von Loperamid in jedem Fall gut abgewogen und mit dem Arzt abgesprochen werden.

Bei Reisediarrhoe, Erkrankungen an Typhus oder Cholera sowie bei Infektionen mit dem Bakterium Clostridium difficile kommen Antibiotika zum Einsatz. Für parasitäre Erkrankungen wie die Giardiasis (Lamblienruhr) und Amöbiasis (Entamoeba histolytica) werden spezielle Antiparasitika verwendet.

Können Probiotika bei Durchfall helfen?

Probiotika wie Milchsäurebakterien können die Dauer von akuten Durchfällen um etwa einen Tag verkürzen. Die probiotischen Bakterien sollen sich im Darm ansiedeln und die schädlichen Bakterien verdrängen. Eine systematische Auswertung der Cochrane Collaboration aller relevanter Studien (Metaanalyse) hat ergeben, dass die Einnahme von Probiotika die Dauer von Durchfallsymptomen im Schnitt um ca. 24 Stunden reduziert . Auch Patienten, die unter einem Reizdarm leiden, können eventuell von Probiotika profitieren.

Eine weitere Übersichtsarbeit konnte zeigen, dass dass Probiotika auch bei der Vorbeugung von Antibiotika-assoziiertem Durchfall hilfreich sind, also einer Diarrhoe, die im Zusammenhang mit der Einnahme von Antibiotika auftritt. Saccharomyces boulardii und Lactobacillus haben sich hier als die wirksamsten Bakterien erwiesen.

Probiotika werden in Kapseln oder in Pulverform in der Apotheke angeboten. Auch manche Joghurts aus dem Supermarkt enthalten Milchsäurebakterien. Allerdings ist nicht klar, ob all diese Mittel gleich gut oder überhaupt wirken. Dieses Thema wird aber zur Zeit intensiv beforscht.

Reisedurchfall – Was kann man bei Durchfall auf Reisen tun?

Reisedurchfall (Reisediarrhoe) wird als Durchfall bezeichnet, der in mediterranen, subtropischen oder tropischen Ländern auftritt. Meistens wird er durch Bakterien oder Viren hervorgerufen, die über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel aufgenommen werden. Häufige bakterielle Erreger sind enteropathogene (den Darm befallende) Escherichia coli (v.a. ETEC: enterotoxinbildende E. coli), Campylobacter-Spezies, Salmonellen, Shigellen, Aeromonas und Plesiomonas.

In seltenen Fällen kann auch eine Infektion mit Parasiten oder Würmern die Ursache des Durchfalls sein. Reisedurchfälle treten zu 90 Prozent innerhalb der ersten zwei Wochen der Reise auf und halten durchschnittlich für drei bis fünf Tage an. Neben Durchfällen leiden Betroffene außerdem oft unter Erbrechen, Kraftlosigkeit und Schwäche. Wie bei jedem akuten Durchfall sind ein Flüssigkeits- und Elektrolytersatz (z.B. durch WHO-Lösung) die wichtigste Maßnahme. Sollten die Durchfälle länger als drei Tage andauern, schleimig-blutig sein und starkes Fieber auftreten, ist ein Arzt aufzusuchen.

Antibiotika sind häufig notwendig bei Fieber und blutiger Diarrhoe, oder bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Dabei können Antibiotika wie Ciprofloxacin (ein Fluorchinolon), Azithromycin und Rifaximin verwendet werden. Rifaximin ist seit 2008 auf dem Markt und hat den Vorteil, ausschließlich im Darm wirksam zu sein und so keine Nebenwirkungen im gesamten Körper (systemisch) hervorzurufen, da es nicht von der Darmschleimhaut aufgenommen wird.

Seit einiger Zeit rückt das postinfektiöse Reizdarmsyndrom als Komplikation einer Reisediarrhoe immer mehr in den Fokus. Betroffene können Monate bis Jahre mit Symptomen des Reizdarm konfrontiert sein und Diarrhoe (aber auch Phasen mit Verstopfung) in Verbindung mit Bauchschmerz und Blähungen entwickeln.

Was ist, wenn der Durchfall nicht besser wird?

Werden die Symptome nach einer Woche nicht besser, sollte spätestens dann ein Arzt aufgesucht werden, da der Verdacht besteht, dass entweder der Erreger im Körper verblieben ist und die körpereigenen Abwehrkräfte zur Bekämpfung des Erregers nicht ausreichen oder eine andere Ursache hinter dem Durchfall steckt.

Welche Ursachen kann Durchfall haben?

Die Ursachen für Durchfall sind vielfältig. Am häufigsten sind Infektionen des Magen-Darm-Traktes. Verschiedene Bakterien, Viren, aber auch Parasiten können zu Durchfall führen. Je nach Erreger unterscheidet sich auch die Art des Durchfalls hinsichtlich der Dauer, und ob er eher blutig oder wässrig ist. Einige dieser Erreger sind auch meldepflichtig. Wenn neben dem Durchfall weitere starke Krankheitszeichen wie

  • Fieber,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen oder
  • Gelenkschmerzen

auftreten, der Stuhl Blut oder Eiter enthält, oder die Symptome kurz nach einer Fernreise beginnen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Wer sich bei diesen Alarmzeichen nur auf Hausmittel verlässt, gefährdet sich und seine Mitmenschen.

Ursachen für akute Durchfälle

Die häufigste Ursache für akuten Durchfall in westlichen Ländern ist bei Erwachsenen eine Infektion mit Noroviren. Bei Kindern ist der häufigste Erreger das Rotavirus. Besonders in Einrichtungen, in denen viele Menschen zusammenkommen, können sich die Viren schnell verbreiten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wird bei Erwachsenen jede zweite und bei Kindern jede dritte nicht-bakterielle Durchfallerkrankung durch das Norovirus verursacht. Auch bei chronischem Durchfall sollte eine Infektion als Ursache ausgeschlossen werden. Gegebenenfalls muss nach weiteren Ursachen gesucht werden.

Neben Noroviren sind noch andere Erreger, zum Beispiel die Aufnahme krankmachender Bakterien für akuten Durchfall verantwortlich. Auch bakterielle Gifte im Rahmen einer Lebensmittelvergiftung können zu Durchfall führen.

Bei einer Auflistung der Erreger nach Wahrscheinlichkeit fällt auf, dass bekannte Erreger, wie etwa Salmonellen, nur für 14 Prozent als nachgewiesene Erreger für den Durchfall verantwortlich sind. Zu den häufigsten Erregern von Durchfall mit typischen Quellen gehören:

  • Norovirus (Fäkalien, Erbrochenes)
  • Campylobacter (Geflügelleber, Fleisch, Haustiere)
  • Rotaviren (Fäkalien, Erbrochenes)
  • Salmonellen (Lebensmittel wie Eier, Fleisch und Wurst, Fäkalien von Mensch und Echsentieren)
  • E. coli (Fäkalien, Lebensmittel, Trinkwasser)
  • Yersinien (Fleisch, Gemüse)
  • Lamblien (Wasser)
  • Cryptosporiden (Tier-Fäkalien)
  • Shigellen (Fäkalien)
  • EHEC (Fäkalien, Lebensmittel, Trinkwasser)

Bei einer Lebensmittelvergiftung spielen häufig Staphylokokken (Bakterien) eine Rolle bei der Entstehung von Durchfall. Die Bakterien selbst sind dabei allerdings nicht für die Durchfälle verantwortlich, sondern die Giftstoffe, sogenannte Enterotoxine, die von Bakterien in verdorbenen Lebensmitteln gebildet werden.

Auf Reisen hingegen sind sehr oft E. Coli-Bakterien die Verursacher heftiger Durchfälle.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie die Lactoseintoleranz oder Fructoseintoleranz können ebenfalls akuten Durchfall hervorrufen. Die Symptome sind aber oft unterschiedlich stark ausgeprägt und es kommt auch auf die zugeführte Menge des unverträglichen Nahrungsmittels an. Einige zählen die Intoleranzen aber auch zu den chronischen Durchfall-Typen.

Gibt es Medikamente, die akuten Durchfall verursachen können?

Obwohl zur Therapie mancher Durchfallerkrankungen Antibiotika eingesetzt werden, können sie auch die Ursache von Durchfällen sein, da einige Antibiotika die Darmflora angreifen. Kommt es dabei zu einer Vermehrung schädlicher Bakterien, wie zum Beispiel dem Bakterium Clostridium difficile, kann als gefährliche Komplikation eine pseudomembranöse Colitis auftreten. Diese wird in erster Linie mit Antibiotika behandelt, die gegen die krankhaft vermehrten Bakterien wirksam sind. In langwierigen und immer wiederkehrenden Fällen kann auch eine Stuhltransplantation erwogen werden.

Viele Ärzte empfehlen schon während oder nach der Einnahme von Antibiotika probiotische Mittel, um eine Antibiotika bedingte Diarrhö zu verhindern. Eine Auswertung aller klinischen Studien zu diesem Thema bestätigt die Wirksamkeit dieser Maßnahme.

Wie entsteht Durchfall im Darm?

Um zu verstehen, was gegen Durchfall hilft, sollten die Ursachen für die Darmbeschwerden betrachtet werden.

Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, wird nach der Magenpassage im Dünndarm in ihre Bestandteile zersetzt, um vom Körper aufgenommen zu werden. Der Teil des Nahrungsbreis, der nicht verwertet werden kann, wandert im Verdauungstrakt weiter. Vor allem im Dickdarm wird dem Stuhl dann Wasser entzogen, damit der Kot fester wird.

Bei Durchfall hingegen ist dieser Vorgang aus verschiedenen folgenden Ursachen gestört:

Osmotische Diarrhoe

Manchmal gibt der Körper sogar Wasser aus dem Körper in den Darm ab. Können Nahrungsbestandteile nicht aufgenommen werden (z.B. FODMAPs) oder befinden sich andere Stoffe wie Medikamente im Darm, sorgt das Ungleichgewicht an Elektrolyten dafür, dass Wasser in den Darm gezogen wird. Diesen Effekt machen sich übrigens manche Abführmittel zunutze, die bei Verstopfung so ihre Wirkung entfalten.

Sekretorischer Durchfall

Die Darmschleimhaut gibt bei dieser Form der Diarrhoe Elektrolyte ab, sodass Wasser in den Darm folgt. Dies tritt zum Beispiel im Rahmen von Lebensmittelvergiftungen auf.

Exsudativer Durchfall

Diese Form der Diarrhoe tritt bei Entzündungen der Darmschleimhaut. Es werden Blut und Schleim abgesondert. Dies kann der Fall bei Parasiten, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder auch bei Darmkrebs sein.

Hypermotiler Durchfall

Sind die Darmbewegungen (Motilität) gesteigert, kann der Stuhl im Darm nicht lange genug verweilen, sodass nicht genügend Flüssigkeit aufgenommen werden kann. Deshalb ist die hypermotile Diarrhö, Durchfall aufgrund übermäßiger Darmbewegungen, auch ein Symptom beim Reizdarmsyndrom.

Steatorrhoe (Fettstuhl)

Fettstühle sind eine Sonderform des Durchfalls. Meistens hat der Stuhl ein großes Volumen und in der Toilette können Betroffene sogar kleine Fetttropfen auf dem Wasser schwimmen sehen. Die Ursache ist oft ein Mangel an Verdauungssäften, die für eine Spaltung von Fetten wichtig sind.

Welche Ursachen gibt es bei chronischem Durchfall?

Treten Durchfälle über einen Zeitraum von vier Wochen auf, spricht man von chronischen Durchfällen. Während dies für Betroffene immer sehr belastend ist, können die Ursachen dafür, von vergleichsweise ungefährlichen bis hin zu schweren Erkrankungen, sehr unterschiedlich sein. Durch die Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) können schon viele Erkenntnisse gewonnen werden. Sind die chronischen Symptome beispielsweise in einem relativ kurzen Zeitraum (< 3 Monate) sowie auch nachts aufgetreten und liegt ein Gewichtsverlust vor, ist eine körperliche (organische) Ursache wahrscheinlich. Eine sehr lange Krankengeschichte, das Fehlen nächtlicher Durchfälle und ein konstantes Körpergewicht sind zum Beispiel eher mit dem Reizdarmsyndrom verbunden. Im Folgenden gehen wir auf einige Ursachen von chronischen Durchfällen ein.

Schlechte Verwertung von Nährstoffen als Ursache chronischen Durchfalls

Die schlechte Verwertung von Nährstoffen wird auch als Malassimilation bezeichnet. Man unterteilt diese in Maldigestion und Malabsorption.

Wenn die Verdauungsenzyme, die zur Aufspaltung von Nahrung verantwortlich sind, nicht vorhanden sind oder nicht im Darm ankommen, können die Nährstoffe nicht aufgenommen werden. Diesen Vorgang nennen Ärzte Maldigestion. Ursachen können eine schlecht arbeitende Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz) oder ein Verlust von Gallensäuren sein. Aber auch eine Lactoseintoleranz ist ein Beispiel für eine Maldigestion.

Werden die Nährstoffe zwar zerlegt, können aber von der Darmschleimhaut nicht aufgenommen werden, spricht man von einer Malabsorption. Dies tritt zum Beispiel bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) auf.

Die Stühle im Rahmen einer Malassimilation sind meistens voluminös, übelriechend und auch fetthaltig.

Reizdarmsyndrom als Ursache für chronischen Durchfall

Chronische Durchfälle treten manchmal auch auf, ohne dass Ärzte eine körperliche Ursache dafür finden. In den meisten Fällen kann dann eine Reizdarm-Diagnose gestellt werden, man spricht auch von einer „funktionellen Erkrankung“. Reizdarm-Symptome umfassen neben Durchfällen oft auch Schmerzen, Blähungen oder Verstopfung.

Weitere Durchfall-Ursachen

Eine weitere Ursache von chronischen Durchfällen stellen die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn dar. Bei diesen Krankheitsbildern sind blutig-schleimige Durchfälle vorherrschend.

Besonders nach einem Auslandsaufenthalt können Parasiten, wie Giardia Lamblia, Entamoeba histolytica oder Cryptosporidium parvum chronische Durchfälle verursachen. Aber auch hormonelles Ungleichgewicht kann zu Durchfällen führen. So kann eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) die Darmbeweglichkeit (Motilität) steigern.

Welche Untersuchungen sind bei Durchfall notwendig?

Bei akuten Durchfällen ist die Krankheitsgeschichte des Patienten (Anamnese) wichtig. In vielen Fällen sind keine weiteren Untersuchungen notwendig, wenn die Symptome und die Gesamtsituation keinen Anhalt für ein kritisches Geschehen liefern.

Stellt sich beispielsweise heraus, dass am Arbeitsplatz der betroffenen Person mehrere Menschen an akuten Durchfällen leiden und keine weiteren Risikofaktoren (zum Beispiel blutig-schleimige Durchfälle) vorliegen, ist eine Behandlung der Symptome meistens ausreichend.

Neben der allgemeinen körperlichen Untersuchung können anfangs folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Ultraschall des Bauches
  • Blutuntersuchung

Eine mikrobiologische Stuhluntersuchung ist nicht in jedem Fall erforderlich und richtet sich nach Symptomen sowie der Anamnese. Bei chronischen Durchfällen im Zusammenhang mit einer Reisediarrhoe sollte hingegen immer eine mikrobiologische Stuhluntersuchung durchgeführt werden, also eine Untersuchung des Stuhls auf krankmachende Keime.

Weiterführende Untersuchungen:

  • Wasserstoff-Atemtest bei Verdacht auf Lactoseintoleranz oder bakterielle Fehlbesiedlung
  • Dünndarmspiegelung mit Probenentnahme, zum Beispiel bei Verdacht auf Glutenunverträglichkeit
  • Dickdarmspiegelung

Die genetische Untersuchung der Bakterienflora (Mikrobiom) wird aus diagnostischen Gründen noch nicht durchgeführt, aber in Zukunft wird dieser Methode vermutlich eine stärkere Bedeutung zukommen.

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Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus MedizinerInnen, PsychologInnen und ErnährungsberaterInnen haben wir neben dieser Seite eine App zur Darmgesundheit entwickelt, die Betroffene ganzheitlich begleitet.

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