Nystatin – Pilzinfektionen erfolgreich behandeln

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Nystatin – Pilzinfektionen erfolgreich behandeln

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Eine der häufigsten Infektionskrankheiten sind Pilzinfektionen – ob im Darm, Mund, Intimbereich oder auf der Haut. Sie rufen unangenehme Beschwerden wie hartnäckiges Jucken, Rötungen, schuppende Haut oder auch Darmkrämpfe und Durchfälle hervor. Ein wichtiges Arzneimittel zur Behandlung dieser sogenannten Mykosen ist Nystatin. Der Wirkstoff kommt primär bei der Behandlung von Hefepilzinfektionen (Candida albicans) zum Einsatz. Er wird bei Haut-, Darm- und Genitalpilzen sowie Entzündungen im Mund- und Rachenbereich angewendet.

Was sind Ursachen und Symptome von Hefepilz-Infektionen?

Jeder Mensch trägt Hefepilze im Körper. Wenn das Immunsystem allerdings geschwächt ist, zum Beispiel durch chronische Erkrankungen, hormonelle Veränderungen oder auch eine unausgewogene Ernährung, können sich die Hefepilze vermehren und Infektionen hervorrufen. Hefepilz-Infektionen kommen vorwiegend in Verdauungstrakt, Mundschleimhaut, Genitalbereich und auf der Haut vor.

Mundsoor

Bei der Mundsoor befallen Hefepilze Mund- und Rachenraum. Ist die Speiseröhre befallen, spricht man von einer Soorösophagitis. Typische Symptome sind eine gerötete und entzündete Mundschleimhaut, auf der sich weißliche Beläge befinden. Des Weiteren leiden Betroffene unter Geschmacksstörungen, Mundgeruch und Mundtrockenheit sowie Schluckbeschwerden. Der Infekt wird durch ein geschwächtes Immunsystem, immunsuppressive Medikamente wie Cortison, Antibiotika und Zahnprothesen ausgelöst.

Infektionen im Verdauungstrakt

Wenn die Darmflora nicht intakt ist, führen Candida-Hefepilze auch im Verdauungstrakt zu Infektionen. Mögliche Ursachen sind eine stark zucker- und weizenhaltige Ernährung, die häufige Einnahme von Antibiotika und chronische Darmkrankheiten. Bei Pilzinfektionen im Darm vermehren und breiten sich die Pilze aus. Sie wandeln Kohlenhydrate aus der Nahrung in Kohlendioxid und Fuselalkohole um. Durch die Entstehung der Gase treten Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen auf. Weitere Symptome sind Durchfälle, Verstopfungen und analer Juckreiz.

Pilzinfektion im Genitalbereich

Insbesondere bei Frauen treten Pilzinfektionen häufig auch im Intimbereich auf. Bei der Vaginal-Mykose sorgt die Pilzerkrankung für eine Entzündung der Vulva und Scheidenschleimhaut. Die Vermehrung der Pilze wird durch ein geschwächtes Immunsystem, Hormonschwankungen, Verletzungen in der Schleimhaut und übermäßige Hygiene begünstigt, die das saure Vaginalmilieu zerstören kann. Die Einnahme von Medikamenten, Stress und zu enge Kleidung können ebenfalls zu einer Pilzinfektion im Genitalbereich führen. Als Beschwerden treten Rötungen, Schwellungen und ein unangenehmer Juckreiz im Bereich des Scheideneingangs auf. Des Weiteren kommt es zu einem verstärkten Ausfluss sowie einem schmerzhaften Brennen.

Auch rund ein Viertel der Männer leiden unter Pilzinfektionen im Genitalbereich. Die Erkrankung hat eine Entzündung der Vorhaut und Eichel zur Folge. Mögliche Ursachen sind ein geschwächtes Immunsystem, mangelnde Hygiene und Vorhautverengung. Pilzinfektionen können auch durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Als Symptome treten rote Pickel auf der Eichel, Juckreiz und ein Brennen auf.

Nystatin schafft Abhilfe bei Symptomen und Erkrankungen einer Hefepilz-Infektion.

Wie wirkt Nystatin?

Bei der Bekämpfung der Hefepilze im Körper lagert sich Nystatin in der Zellwand der Pilze ein und macht diese durchlässig. Dabei entstehen Poren in der Zellmembran, wodurch sich der Stoffwechsel der Pilze verändert und ihr Wachstum gestoppt wird. Schließlich sterben die Pilze ab, sodass die Infektion bekämpft wird und sich Darm-, Mund- und Scheidenflora wieder regulieren lassen.

Welche Einnahmeformen von Nystatin gibt es?

Zu den bekanntesten Herstellern von Nystatin zählen acis, STADA und MEDA Pharma. Die Arzneimittelunternehmen bieten Nystatin als Suspension, Creme, Tablette, Mundgel, Salbe, Tropfen und Paste an. Abhängig von der Art der Pilzinfektion, wird Nystatin in unterschiedlichen Formen eingenommen.

Zur Behandlung von Entzündungen im Mund- und Rachenbereich wird Nystatin in Form von Mundspülungen, Lutschtabletten, Tropfen und Mundgel verabreicht. Dadurch lässt sich der gesamte Bereich in Mund, Rachen und Speiseröhre optimal reinigen und die Vermehrung der Pilze hemmen. Wenn eine Pilzinfektion auf der Haut sowie Fuß- oder Nagelpilz besteht, kommt Nystatin als Creme, Paste und Salbe zum Einsatz. Hier lässt sich die Infektion ebenfalls punktuell behandeln. Um die Mykosen im Intimbereich zu bekämpfen, wird der Wirkstoff als Scheidenzäpfchen, Vaginaltabletten und -salben verwendet.

Welches Nystatin bei Darmpilz?

Bei der Bekämpfung der Pilze im Verdauungstrakt nimmt der Betroffene den Wirkstoff oral in Form von Nystatin-Tabletten oder -Tropfen ein. Das Arzneimittel ermöglicht eine lokale Behandlung, da es aus dem Darm nicht ins Blut aufgenommen wird. Nystatin wirkt direkt auf der Schleimhaut im Verdauungskanal.

Anti-Pilzmittel auch für Säuglinge und Kinder?

Auch bei Säuglingen und Kleinkindern treten Pilzinfektionen auf. Da ihr Abwehrmechanismus noch nicht vollständig ausgebildet ist, lösen die Pilze in diesem Alter schneller und leichter eine Infektion aus. Am häufigsten leiden Kinder an einer Entzündung der Mundschleimhaut und Windelsoor. Bei einem Hefepilz im Windelbereich haben die Babys einen roten, wunden, schmerzenden und juckenden Po. Charakteristisch sind zudem Bläschen und Pusteln sowie schuppige Hautstellen. Die Ursachen sind unter anderem auf mangelnde Hygiene, empfindliche Haut und säurehaltige Ernährung zurückzuführen. Auch Windeln können ein Auslöser von Windelsoor sein. Sie sind luft- und wasserdicht, was eine Vermehrung von Bakterien und Auslösung von Infektionen begünstigt.

Nystatin eignet sich gut für Babys und Kinder

Da Nystatin eine hohe Verträglichkeit aufweist, eignet sich dieser Wirkstoff ebenfalls für Babys und Kinder. Zur Behandlung von Windelsoor wird das Antimykotikum als Paste oder Gel verabreicht. Eine weitere Form der Pilzinfektion bei Kindern ist der Mundsoor. Hierbei liegt eine Infektion der Mundschleimhaut vor. Der Pilzbefall kann durch schmutzige Hände, unsaubere Gegenstände wie Schnuller oder Beißringe und die Brustwarzen der Mutter beim Stillen entstehen. Zu den Symptomen zählen weiße Beläge der Mundschleimhaut, leichtes Fieber und ein brennendes Gefühl im Mund. Behandelt wird der Mundsoor mit Nystatin in Tropfen-Form, als Mundgel und als Suspension.

Welche Nebenwirkungen hat Nystatin?

Der Wirkstoff Nystatin weist eine sehr gute Verträglichkeit auf. Trotzdem können nach der Einnahme Nebenwirkungen auftreten. Häufig kommt es zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, die sich in Form von Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit äußern. Gelegentlich treten Hautausschläge mit Rötungen, Juckreiz oder Brennen sowie Nesselsucht auf. In seltenen Fällen kann es zu schweren allergischen Reaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom, das eine seltene, immunologische Reaktion mit Bildung von Blasen oder Geschwüren auf den Schleimhäuten ist.

Ist das Arzneimittel verschreibungspflichtig?

Medikamente mit Nystatin sind rezeptfrei erhältlich und lassen sich in sämtlichen Apothekenfilialen sowie in Versandapotheken online bestellen.

Überblick – Nystatin zur Bekämpfung von Hefepilz-Infektionen:

  • Das Anti-Pilzmittel Nystatin dient zur Behandlung von Pilzinfektionen im Darm, Mund, Genitalbereich und auf der Haut.
  • Es stoppt das Wachstum der Pilze im Körper und zerstört ihre Zellmembran.
  • Je nach Körperregion kann Nystatin als Salbe, Creme, Paste, Suspension, Gel, Lutschtablette, Mundspülung oder Filmtablette verabreicht werden.
  • Nystatin eignet sich sowohl für Erwachsene als auch für Säuglinge und Kinder.
  • Arzneimittel mit dem Wirkstoff Nystatin sind nicht rezeptpflichtig.

Tietz, H.J., 2014. Auf breiter Front gegen Mykosen. Uro-News, 18(9), pp.32-34. https://link.springer.com/article/10.1007/s00092-014-0689-3

Seebacher, C., 2001. Lokalantimykotika. In Dermatomykosen(pp. 117-141). Springer, Berlin, Heidelberg. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-56567-0_5

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus Ärzten, Psychologen und Ernährungsberatern haben wir neben dieser Seite eine Therapie entwickelt, mit dem Betroffene die Ursachen und Zusammenhänge für ihre Verdauungsprobleme herausfinden können.