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Bifiteral – Abhilfe bei Verstopfungen

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Bifiteral ist ein Abführmittel (Laxans), das bei Verstopfungen zum Einsatz kommt. Bifiteral führt, wie andere Lactulose-haltige Medikamente, in der Regel innerhalb weniger Stunden zu einem weicheren und häufigeren Stuhlgang und wird deshalb vor allem zur Behandlung von Verstopfung eingesetzt..


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Was ist Bifiteral?

Bifiteral ist ein Medizinprodukt, das den Wirkstoff Lactulose enthält. Das Abführmittel ist als Sirup sowie als Pulver zum Auflösen rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Die Einnahme von Bifiteral führt zu einem häufigeren und weicheren Stuhlgang.

Wie wirkt Bifiteral?

Die Einnahme von Bifiteral erfolgt oral über die Mundhöhle und Speiseröhre. Der Wirkstoff selbst wird dabei nicht über den Magen-Darm-Trakt in den Körper beziehungsweise den Blutkreislauf aufgenommen (resorbiert). Lactulose wirkt stattdessen physikalisch als osmotisches Abführmittel am Ort des Geschehens. Es bindet Wasser im Nahrungsbrei beziehungsweise Stuhl. Dieser wird dadurch weicher und voluminöser. Die Eigenbewegung des Darms (Peristaltik) wird angeregt und somit die Ausscheidung erleichtert.

Darüber hinaus zeigt Lactulose einen sogenannten probiotischen Effekt. Einige Darmbakterien, wie zum Beispiel Milchsäurebakterien, sind in der Lage Lactulose zu verstoffwechseln. So könnte die Einnahme von Lactulose das Wachstum dieser Bakterien gezielt fördern und somit zu einer gesunden Darmflora beitragen.

Merke


  • Bifiteral zählt zur Arzneistoffgruppe der Laxantien (Abführmittel)
  • der Wirkstoff ist Lactulose, ein Zuckermolekül bestehend aus Galactose und Fructose
  • die Einnahme führt zu einem häufigeren und weicheren Stuhlgang aufgrund der Fähigkeit Wasser zu binden
  • Lactulose wird vom Körper selbst nicht aufgenommen

Zu welchem Zweck kann Bifiteral außerdem angewendet werden?

Bifiteral wird, neben dem Einsatz als Abführmittel, auch bei starker Leberfunktionsstörung wie beispielsweise einer Leberzirrhose angewendet. Bei gesunden Menschen ist vor allem die Leber für die Entgiftung unseres Körpers zuständig. Im Falle einer reduzierten Leberfunktion sammeln sich Stoffe im Körper an, die in zu hohen Konzentrationen gesundheitsgefährdend sein können. Zu viel Ammoniak beispielsweise ist schädlich für das Nervensystem. Es entsteht als Folge das Krankheitsbild der hepatischen Enzephalopathie. Zur Behandlung der Symptome dieser Erkrankung wird unter anderem Lactulose, der Wirkstoff von Bifiteral, eingesetzt, wodurch die Aufnahme von Ammoniak aus dem Magen-Darm-Trakt reduziert wird.

Üblicherweise werden bei der hepatischen Enzephalopathie höhere Dosierungen von Lactulose benötigt und Patienten therapiebegleitend im Krankenhaus überwacht.

Wie viel kostet Bifiteral?

Bifiteral ist ein apothekenpflichtiges Arzneimittel. Es kann demnach nur in Apotheken erworben werden. Ein ärztliches Rezept ist grundsätzlich nicht notwendig, es ist dennoch verschreibungsfähig und wird von einigen Krankenkassen anteilig, abhängig von Indikation und Packungsgröße, bezuschusst.

Bifiteral Sirup
ohne Kassenrezept mit Kassenrezept
200ml 4,95€ 4,95€
500ml 10,39€ 5,00€
Bifiteral Beutel Pulver
ohne Kassenrezept mit Kassenrezept
20 Beutel 10,65€ 6,59€
50 Beutel 22,90€ 8,88€

Für Interessierte


  • Bifiteral ist der Markenname eines Medikaments, das Lactulose enthält
  • es wirkt identisch wie andere Arzneimittel mit dem Wirkstoff Lactulose
  • die Kosten für Bifiteral und andere Lactulose-haltige Alternativen sind vergleichbar
  • Bifiteral ist, im Gegensatz zu anderen Lactulose-haltigen Medikamenten, als einziges in Pulverform erhältlich

Wie wird Bifiteral dosiert?

Die Einnahme von Bifiteral bei Verstopfung erfolgt je nach Bedarf ein bis zweimal am Tag. Pro Einnahme können 5 bis 10 Gramm Lactulose eingenommen werden. Das entspricht 7,5 bis 15 Milliliter Bifiteralsirup pro Einnahme. . Zu Beginn der Einnahme wird eine tägliche Gesamtdosis von 7,5 bis 15 ml des Sirups (beziehungsweise 0,5 bis 1 Beutel des Pulvers) empfohlen. Sollten sich die Beschwerden nicht bessern, kann die gleiche Dosis ein zweites Mal pro Tag zugeführt werden.

Bei einigen Betroffenen kann aber bereits am Anfang der Behandlung eine höhere Dosis nötig sein.

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Wie wende ich Bifiteral an? Wann tritt die Wirkung ein?

Die gewünschte Menge Lactulose-Sirup kann mit der beiligenden Dosierhilfe (Löffel oder Becher) abgemessen und anschließend mit Wasser, einem anderen Getränk oder auch Joghurt vermischt und schließlich eingenommen werden.

Die Einnahme des Bifiteral-Pulvers kann direkt mit einem Löffel erfolgen oder auf die Zunge gestreut und anschließend mit etwas Flüssigkeit geschluckt werden.

Alternativ wird das Pulver auf eine Mahlzeit gestreut oder mit Getränken gemischt eingenommen.

Die Einnahme erfolgt grundsätzlich unabhängig von den Mahlzeiten, jedoch wenn möglich, jeden Tag zur gleichen Zeit.

Normalerweise dauert es zwei bis zwölf Stunden bis die Wirkung von Bifiteral eintritt. Deshalb empfiehlt es sich, Bifiteral bevorzugt in den Morgenstunden einzunehmen, um im Laufe des Tages einen regulierten Stuhlgang zu haben. Es ist aber auch möglich, dass ein bis zwei Tage bis zum nächsten Stuhlgang vergehen.

Achtung


Zusätzlich wichtig ist, dass über den Tag hinweg ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird. Eine Trinkmenge von mindestens 1,5 bis 2 Liter dient hier als Richtwert.


Die Behandlungsdauer mit Bifiteral richtet sich nach dem Verlauf der Verstopfungsbeschwerden. Es empfiehlt sich zunächst die Dosis zu reduzieren und in einem weiteren Schritt vollständig auf Lactulose zu verzichten, sobald sich ein regelmäßiger, weicher Stuhlgang eingestellt hat.

Ist Bifiteral für Kinder geeignet?

Säuglinge und Kleinkinder sollten Bifiteral nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Bifiteral enthält Fructose, welche bei unerkannter Fructoseintoleranz zu schweren Symptomen bis hin zu Krampfanfällen führen kann. Eine vererbte Fructoseunverträglichkeit (hereditäre Fructoseintoleranz) ist daher bestenfalls vor der Einnahme auszuschließen.

Ältere Kinder, bei denen die vererbte Form der Fructoseunverträglichkeit ausgeschlossen wurde, können bis zu zweimal täglich 4,5 bis 9 ml (beziehungsweise 1/3 bis 2/3 Beutel des Pulvers) Bifiteral anwenden.

Darf Bifiteral während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden?

Es sind aktuell keine schädlichen Wirkungen von Bifiteral in der Schwangerschaft oder Stillzeit bekannt, da Lactulose praktisch nicht vom Körper (systemisch) aufgenommen werden kann. Deshalb gilt die Einnahme empfohlener Dosen Lactulose in Schwangerschaft und Stillzeit gemäß Fachinformation als unbedenklich.

Wann sollte Bifiteral nicht angewendet werden?

Im Falle einer Überempfindlichkeit gegenüber Lactulose oder deren Bestandteilen Galactose, Fructose und Lactose, sollte auf die Einnahme des Abführmittels verzichtet werden. Menschen mit einer Galactose- oder Fructoseintoleranz oder einem bestehenden Lactasemangel ist von der Anwendung abzuraten.

Eine weitere Gegenanzeige stellt ein Darmverschluss dar, welcher typischerweise durch starke Bauchschmerzen, Erbrechen und teilweise auch Fieber charakterisiert ist. Beim Auftreten dieser Symptome muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Bei länger bestehenden Verstopfungen sollte zunächst ärztlicher Rat eingeholt werden.

Merke


Die Anwendung ist nicht empfohlen bei:

  • Kleinkindern, bei denen eine hereditäre Fructoseintoleranz nicht sicher ausgeschlossen werden kann
  • Überempfindlichkeit gegen Galaktose, Fructose oder Laktose
  • Darmverschluss oder starken, plötzlich auftretenden Bauchschmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen

Welche Nebenwirkungen hat Bifiteral?

Die Einnahme von Bifiteral kann insbesondere zu unerwünschten Wirkungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes führen. Bis zu jeder zehnte Anwender klagt über gastrointestinale Beschwerden, wie Blähungen und Durchfälle. Auch Übelkeit und Erbrechen können als mögliche Nebenwirkungen auftreten.

Bei länger anhaltenden wässrigen Durchfällen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da diese zu einer gefährlichen Verschiebung des Elektrolythaushaltes (Blutsalze) führen können.

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Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus MedizinerInnen, PsychologInnen und ErnährungsberaterInnen haben wir neben dieser Seite eine App zur Darmgesundheit entwickelt, die Betroffene ganzheitlich begleitet.

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