Okoubaka – Globuli bei Magen-Darm-Problemen

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Okoubaka – Globuli bei Magen-Darm-Problemen

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Okoubaka aubrevillei ist ein Urwaldbaum, der zur Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae)
gehört. Er ist vor allem in Ghana, Nigeria und an der Elfenbeinküste verbreitet. In der
westafrikanischen Sprache Anyin bedeutet der Name „okou baka“ Todesbaum. Die Einheimischen
nennen ihn deshalb so, weil er andere Bäume in seiner Umgebung parasitär befällt und diese
abtötet. Er steht auf kleinen Lichtungen, denn kaum ein anderer Baum wächst in seiner direkten
Umgebung.

In der afrikanischen Volksmedizin setzt man schon seit langem die getrocknete und pulverisierte
Rinde des Baums als Arznei gegen Vergiftungen ein. 1972 gelangte die Okoubaka-Rinde nach
Deutschland, nachdem eine Homöopathin diese als Geschenk für die Behandlung eines
Westafrikaners erhalten hatte. Dadurch begann die systematische Erprobung des pflanzlichen
Arzneimittels.

Wie wird Okoubaka verwendet?

Aus der Rinde des seltenen westafrikanischen Baums wird in pulverisierter Form eine typische
Gerbstoffdroge hergestellt. Ihr werden eine entgiftende, antibakterielle und
entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. In der Praxis findet der pflanzliche Wirkstoff breite
Anwendung. Okoubaka eignet sich sowohl zur therapeutischen als auch zur prophylaktischen
Einnahme, beispielsweise bei Fernreisen. Die Arzneiwirkung ist allerdings wissenschaftlich noch nicht belegt.

Gerbstoffe in der Medizin:

Gerbstoffe haben eine austrocknende und entzündungshemmende Wirkung, die besonders auf der
Haut und der Schleimhaut gegen Bakterien hilft. Sie dichten ab und bilden eine schützende
Membran, wodurch sie das Eindringen von Bakterien verhindern.
Einsatzgebiete:
  • Hautkrankheiten
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • zur schnelleren Wundheilung
  • Magen-/Darmentzündungen
  • Vergiftungen

Bei welchen Symptomen hilft Okoubaka?

Da es aktuell noch an statistischen Prüfungen nach homöopathischen Kriterien fehlt, wird Okoubaka
hauptsächlich in Anlehnung an die traditionelle Medizin angewendet. Die Verabreichung basiert
meist auf Erfahrungswerten erfolgreicher Indikationen. Eine Verschreibung nach klar definierten
Symptomen fehlt derzeit.
Zu den Anwendungsgebieten zählen:

  • Erkrankungen des Magen-/Darmtraktes
  • Leber-, Galle- und Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen
  • Reizdarmsyndrom
  • Vergiftungen durch Lebensmittel und Schwermetallbelastung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Verdauungsstörungen
  • Reiseprophylaxe
  • Erbrechen bei Schwangerschaft oder Chemotherapie
  • Allergien
  • Vaginalpilz
  • Milchschorf bei Kindern

Mit seiner Wirkung kann Okoubaka auch bei allgemeinen Entgiftungstherapien (zum Beispiel durch
Umweltbelastungen) hilfreich sein. Es kann der Dysbalance des Mikrobioms des Magen-Darm-Trakts nach Antibiotika-Einnahme entgegenwirken und somit die anti-infektiöse Behandlung unterstützen.

Okoubaka bei Magen-Darm-Beschwerden

Okoubaka kommt vorrangig bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes zum Einsatz. Eine
prophylaktische Behandlung hat dabei in einigen Fällen zu sehr guten Ergebnissen geführt. Bei Reisen in südliche Länder oder bei Fernreisen ist es ein sinnvoller Bestandteil der Reiseapotheke.

Eine Einnahme vor Reiseantritt sowie während der Reise kann Verdauungsstörungen und Magen-Darm-Infekten vorbeugen.

Zudem hilft es unterstützend bei einer Nahrungsmittelumstellung, bei konventionellen Erkrankungen
des Verdauungstraktes sowie bei Lebensmittelvergiftungen. Okoubaka verschafft auch beim
Reizdarm-Syndrom Linderung.

Ist Okoubaka für Kinder geeignet?

Die Packungsbeilage gibt Einschränkungen bei der Verabreichung von Okoubaka bei Kindern unter
zwölf Jahren sowie Frauen während Schwangerschaft und Stillzeit. Diese beruhen auf
arzneimittelrechtlichen Vorgaben die im Beipackzettel stehen müssen. Erfahrungen in der Praxis
haben jedoch gezeigt, dass eine Anwendung von Okoubaka in jedem Alter möglich ist.

Bei Kindern zeigt eine unterstützende Verabreichung während einer Antibiotika-Behandlung eine
positive Wirkung. Für Babys eignet sich eine Anwendung bei Brechdurchfall, beispielsweise aufgrund
einer Lebensmittelvergiftung oder durch Komplikationen einer Nahrungsumstellung.

Wie wird Okoubaka eingenommen?

Als homöopathisches Arzneimittel ist Okoubaka in Form von Tropfen und Globuli (Streukügelchen)
erhältlich. Beide können Nutzer auf einem Löffel dosiert direkt in den Mund einnehmen oder
alternativ in Wasser gelöst trinken. Die Behandlungsdauer sowie Dosierung ist abhängig von den
Beschwerden sowie dem Anwendungsgebiet. Bei akuten Erkrankungen können Anwender Okoubaka
einnehmen bis sich eine deutliche Verbesserung der Beschwerden zeigt.
Vor der Einnahme sollten Anwender eine Viertelstunde vorab keine Getränke und Speisen
konsumieren. Zudem ist es ratsam, während der Behandlung auf Nikotin, Alkohol, Kaffee und Minze
sowie intensive ätherische Öle wie Menthol zu verzichten.

Säuglinge bekommen lediglich einen Globulus. Kinder bis zum dritten Lebensjahr nehmen zwei Globuli,
für ältere Kinder sind drei Globuli sinnvoll. Tropfen vor der Einnahme in Wasser lösen. Anschließend
dem Kind die Tinktur auf einem Löffel anbieten oder mit Hilfe einer Pipette direkt in den Mund
tropfen. Säuglingen kann man den Globulus in der Wangentasche platzieren, wo er sich allmählich
auflöst. Eine Einnahme gelöster Tropfen ist über die Trinkflasche oder einen in der Arzneilösung
getunkten Schnuller möglich.

In welcher Potenz wird Okoubaka angewendet?

Die Potenz eines Globulus gibt an, in welcher Stärke es das Arzneimittel enthält. Die Buchstaben C
und D geben an, in welchem Verhältnis der Wirkstoff verdünnt wurde (D=1:10, C=1:100). Die Zahlen
kennzeichnen die Anzahl der Verdünnungsschritte. Ein Globulus mit D3 wurde dreimal im Verhältnis
1:10 verdünnt.

Okoubaka ist meist in niedrigen Potenzen erhältlich (D2, D3 und D4). Durch die geringere
Verdünnung ist der Wirkstoffgehalt noch sehr nahe an der sogenannten Urtinktur. Dies hat eine
positive Wirkung bei akuten Infektionen. Bei der Einnahme von niedrigen Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt zu Rate gezogen werden. Für eine Selbstbehandlung eignen sich Potenzen von D6
bis D12.

Ein Überblick über die Potenzen von Okoubaka und für welche Behandlung sie sich jeweils eignen:

Potenz Anwendung
Okoubaka D2 Hilft gegen Übelkeit bei einer maximalen Einnahme von zehn Kügelchen innerhalb von zehn Stunden.
Okoubaka D3
  • Für die Behandlung von akuten Krankheiten wie Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen oder grippalen Infekten dreimal täglich 10 Globuli
  • Bei einer akuten Magen-Darm-Entzündung 5 Globuli dreimal täglich
  • Als Reise-Prophylaxe zweimal täglich 5 Globuli bereits drei Tage vor Reiseantritt sowie über die Reisedauer hinweg
  • Zur Behandlung einer Vaginalmykose dreimal täglich 5 Globuli zum Einsatz
  • Als Probiotikum dreimal täglich 5 Kügelchen, am besten drei Wochen lang über die Antibiotika-Therapie hinaus
Okoubaka D4 Erfolge zeigen sich zum Abnehmen als Unterstützung diätischer Nahrungsumstellung.
Okoubaka D6 Bei Entgiftungen sowie akute Krankheiten zunächst alle halbe Stunde oder Stunde einnehmen, bis eine Besserung eintritt, anschließend in größeren zeitlichen Abständen.
Okoubaka D12 Geeignet für die Anwendung bei Reizdarm-Syndrom sowie allergischen Reaktionen. Erfolgt keine Besserung sollten Nutzer auf eine höhere Potenz wie C30 aufstocken.

Verursacht Okoubaka Nebenwirkungen?

Arzneimittel aus der Schulmedizin (allopathische Arzneimittel) übernehmen Prozesse im Körper und
wirken somit gegen das Immunsystem. Homöopathische Arzneimittel wirken energetisch und sollen
den Körper bei der Heilung unterstützen. Sie bekämpfen also nicht die Krankheit selbst, sondern
fördern die Selbstheilungsprozesse. Dadurch sind sie wesentlich verträglicher und weisen in der
Regel keine Nebenwirkungen auf. Es kann jedoch – insbesondere bei höheren Dosierungen wie D2
und D3 – zu einer Erstverschlimmerung kommen. In diesem Fall ist es ratsam, die Einnahme von
Okoubaka zu unterbrechen.

Aufgrund der grundsätzlich guten Verträglichkeit eignet sich Okoubaka auch für Kinder, Schwangere
und Stillende. Sie sollten jedoch höhere Potenzen mit niedrigerer Dosierung einnehmen.
Generell sind niedrige Potenzen ab D3 nur unter fachkundiger Aufsicht empfehlenswert. Tritt nach mehreren Tagen keine Besserung der Symptome ein, sollte Okoubaka abgesetzt und gegebenenfalls eine andere Therapie versucht werden. Bei einer Selbstbehandlung mit Okoubaka sollten Anwender kein anderes Mittel parallel einnehmen.

Homeopathic drug proving of Okoubaka aubrevillei: a randomised placebo-controlled trial. Online: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23561008

Kunst, M., 1972. Okoubaka, ein neues homöopathische Arzneimittel. Allgemeine Homöopathische Zeitung, 217(03), pp.116-121. Online: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2006-935641

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus Ärzten, Psychologen und Ernährungsberatern haben wir neben dieser Seite eine Therapie entwickelt, mit dem Betroffene die Ursachen und Zusammenhänge für ihre Verdauungsprobleme herausfinden können.