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Reizdarm-Tests

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Viele Menschen mit Darmproblemen fragen sich, ob sie am Reizdarmsyndrom leiden. Dies kann nur durch umfangreiche Tests im Rahmen einer durch einen Arzt durchgeführten Diagnostik bestätigt werden. Eine Diagnose, die auf reinen Selbsttests beruht, könnte gefährlich sein, da Ärzte bei der Diagnostik zum Beispiel auch lebensbedrohliche Krankheiten wie Darmkrebs ausschließen. Dies ist durch Reizdarmtests im Internet oder auch bei Heilpraktikern auf keinen Fall möglich. Ist die Diagnose Reizdarmsyndrom jedoch bestätigt, helfen Reizdarmtests, den Verlauf und die Schwere der Erkrankung festzustellen. Gerade während der Therapie geben Reizdarmtests Hinweise auf den Erfolg der Behandlung.


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Welche Tests zum Reizdarmsyndrom gibt es?

Folgende zwei Tests zum Reizdarmsyndrom sind bekannt und bewährt:

  1. Krankheitsschwere: IBS-SSS (englisch für Irritable Bowel Syndrome** Severity **Scoring System, auf deutsch etwa System zur Erhebung der Schwere von Symptomen des Reizdarmsyndroms), ein Fragebogen zur Erfassung der Schwere des Reizdarmsyndroms
  2. Einschränkung der Lebensqualität: IBS-QOL (englisch für Irritable Bowel Syndrome Quality of Life, auf deutsch etwa Lebensqualität beim Reizdarmsyndrom), ein Test zur Erfassung der Lebensqualität beim Reizdarmsyndrom

Welcher Test misst die Krankheitsschwere beim Reizdarmsyndrom?

Der IBS-SSS ist ein sehr häufig verwendeter Test, der die Krankheitsschwere bei Betroffenen mit Reizdarmsyndrom erfasst. Er wurde im Jahr 1997 in englischer Sprache und 2013 in deutscher Sprache an einer größeren Gruppe von Patienten geprüft (validiert). Seitdem findet er in vielen medizinischen Studien und im klinischen Alltag Anwendung. Bei dem Test werden von Arzt und Patient unter anderem Schmerz, Blähungen, Darmprobleme und Lebensqualität bewertet.

Im ersten Teil des Tests wird die Symptomschwere anhand von Fragen bewertet. Der zweite Teil des Tests erfragt weiterführende Informationen über die Symptome wie beispielsweise die Stuhlbeschaffenheit und -konsistenz sowie die Lokalisation der Bauchschmerzen. Das Testergebnis ist eine Punktzahl (Score), welche die Schwere der Verdauungsprobleme angibt. Insgesamt dauert der IBS-SSS etwa fünf Minuten.

Welcher Test misst die Lebensqualität beim Reizdarm?

Der IBS-QOL ist ein Test für die Lebensqualität bei Reizdarmsyndrom. Er dauert etwa zehn Minuten und wurde in verschiedene Sprachen übersetzt. Der Test besteht aus 34 Frageteilen (Items) und liefert eine Punktzahl, welche die Lebensqualität beim Reizdarmsyndrom abbildet. Dabei spricht ein hohes Testergebnis für eine gute Lebensqualität und ein niedriges für eine geringe Lebensqualität.

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Wie wird die Lebensqualität beim Reizdarmsyndrom gemessen?

Es werden unterschiedliche Tests und Fragebögen zur Messung des Verlaufs und der Schwere des Reizdarmsyndroms eingesetzt. Diese geben Arzt und Patient Rückmeldung, wie stark die Krankheit ausgeprägt ist. Die Lebensqualität spielt bei chronischen Erkrankungen eine besondere Rolle, da sich die Krankheit auf viele Lebensbereiche negativ auswirken kann.

Wie erleben Menschen mit Reizdarmsyndrom ihre Krankheit?

Am Reizdarmsyndrom zu leiden kann sehr frustrierend sein, weil die Krankheit den Alltag durch ihre Unvorhersehbarkeit dominiert. Betroffene haben häufig bestimmte negative Leitsätze im Kopf, die folgenden Fragen ähneln:

  1. Kann ich das trotz meines Blähbauchs anziehen?
  2. Wie reagiert mein Bauch, wenn ich dieses Lebensmittel esse?
  3. Was denken die anderen, wenn ich ständig zur Toilette renne?
  4. Was mache ich, wenn keine Toilette in der Nähe ist?
  5. Wie erkläre ich anderen mein Problem?
  6. Was passiert, wenn ich wegen meiner Probleme die Verabredung absage?
  7. Was mache ich, wenn ich Hunger bekomme und nichts Verträgliches zu Essen finde?

In manchen Fällen fühlen sich Betroffene auch schmutzig und ekeln sich vor sich selbst. In anderen Fällen sind das Sozial- und Sexualleben erheblich eingeschränkt.

Was beschäftigt Betroffene mit starken Darmproblemen besonders?

In Fällen von besonders schweren und langanhaltenden Darmproblemen sind es meist nicht die körperlichen Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Blähungen, die am meisten belasten. Vielmehr werden gerade die sozialen und psychischen Einschränkungen durch das Reizdarmsyndrom als besonders schwierig empfunden. Bestimmte Tests haben ergeben, dass drei Gefühle hierbei besonders dominieren:

  1. Frustration
  2. Isolation
  3. Unzufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung

Wie stark ist die Lebensqualität durch das Reizdarmsyndrom eingeschränkt?

Es wird häufig unterschätzt, wie stark die Lebensqualität bei Personen mit Reizdarmsyndrom leidet. Menschen mit leichten bis mittelschweren Symptomen geben im Schnitt an, 73 Tage im Jahr durch das Reizdarmsyndrom im Alltag eingeschränkt zu sein. Dies entspricht einer verringerten Lebensqualität an jedem fünften Tag.

Schätzen Ärzte und Patienten die Schwere des Reizdarmsyndroms gleich ein?

Meist gehen die Einschätzungen auseinander. Ärzte und Patienten haben häufig unterschiedliche Theorien bezüglich der Ursache und Schwere des Reizdarmsyndroms, aber auch bezüglich der Behandlungsmethode und der Behandlungserfolge. Ärzte schätzen die Schwere der Reizdarmsymptome und die Einschränkung der Lebensqualität im Schnitt weniger gravierend ein als die betroffenen Patienten. Bis heute kennt man keine genauen Ursachen für das Reizdarmsyndrom, sodass Patienten häufig unzufrieden mit den Antworten ihrer Ärzte sind. Außerdem sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. Viele Patienten vermuten, dass die Ernährung (zum Beispiel Allergien und Unverträglichkeiten) oder psychische Probleme für die Krankheit verantwortlich sind, obwohl ihre Ärzte diese Zusammenhänge nicht bestätigen können. All diese Faktoren machen die Arzt-Patienten-Beziehung komplex und können die Behandlung des Reizdarmsyndroms erschweren.

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Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus MedizinerInnen, PsychologInnen und ErnährungsberaterInnen haben wir neben dieser Seite eine App zur Darmgesundheit entwickelt, die Betroffene ganzheitlich begleitet.

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