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Die richtige Ernährung bei Morbus Crohn

Nicole Telfer

Nicole Telfer

Wer an Morbus Crohn leidet, kann die Entzündungsprozesse durch Ernährung steuern. Dies ist besonders wichtig, um den Heilungsprozess im Verlauf einer Krankheit zu unterstützen. Allerdings machen chronische Entzündungen innerhalb des Verdauungstraktes eine angemessene Nährstoffzufuhr bei Morbus Crohn oft schwer. Häufig sind Bereiche des Dünn- und Dickdarms betroffen. Das schränkt die Aufnahme von vielen Nährstoffen ein. Zudem sind die Entzündungen mit schmerzhaften Symptomen wie Bauchschmerzen und Durchfall verbunden. Um das eigene Wohlbefinden zu steigern, sollte man deshalb auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, die zugleich eine möglichst lange schubfreie Phase (Remission) unterstützt. Dieser Beitrag erklärt, welche Ernährungsformen besonders geeignet und welche Nährstoffe am kritischsten sind.


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Worauf sollte man bei der Ernährung im Rahmen von Morbus Crohn achten?

Morbus Crohn verursacht häufig Unterernährung. Die Unterernährung wird vor allem durch chronische Entzündungen im Bereich des Dünn- und Dickdarms verursacht. Zum einen kommt es zu einer verminderten Aufnahme der Nährstoffe (Resorptionsstörung) in den entzündeten Bereichen des Verdauungstraktes und einem gleichzeitig durch den Heilungsprozess verursachten erhöhten Nährstoffbedarf. Zum anderen leiden viele Betroffene an Appetitlosigkeit aufgrund der schmerzhaften Symptome, die durch die Nahrungsaufnahme verstärkt werden.

Deshalb sollten von Morbus Crohn Betroffene auf eine angemessene Nährstoffversorgung großen Wert legen. Meist ist eine erhöhte Energiezufuhr notwendig, aber ebenso eine hohe Zufuhr an Mikronährstoffen. Denn folgende Mikronährstoffe sind bei Morbus Crohn häufig von einem Mangel betroffen:

  • Eisen
  • Calcium
  • Vitamin A
  • Vitamin B12
  • Vitamin D
  • Folsäure
  • Zink
  • Magnesium

Diese Nährstoffmängel sollten per Bluttest untersucht und gegebenenfalls mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden.

Wie sollte man sich während der Remissionsphase ernähren?

Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung haben ergeben, dass Morbus-Crohn-Betroffene häufig eine sogenannte Dysbiose aufweisen. Eine Dysbiose ist ein Ungleichgewicht (Imbalance) der im Darm angesiedelten Mikroorganismen. Zudem scheint ein Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der Darmflora und der Aktivität eines Morbus Crohn zu bestehen, da die Darmflora sich während der akuten Krankheitsphase und der Remissionsphase unterscheidet.

Eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung kann sich positiv auf die Darmflora (Mikrobiom) auswirken. Dadurch kann man einer Dysbiose vorbeugen und möglicherweise auch die Remissionsphase verlängern. Deshalb wird allgemein eine ausgewogene Ernährungsweise während eines ruhenden Morbus Crohn empfohlen. Dazu gehört eine ausreichende Versorgung mit frischem Obst und Gemüse, gesunden Fetten zum Beispiel aus Nüssen und Samen sowie Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Auf Milch und Milchprodukte muss nicht verzichtet werden, soweit keine Lactoseintoleranz vorliegt. Allerdings sollte man den Verzehr von rotem Fleisch, wie Schwein, Rind und Lamm, und von zucker- sowie süßstoffhaltigen Getränken einschließlich Säften einschränken. Vom Verzehr stark verarbeiteter Lebensmittel und Fast Food wird ebenfalls abgeraten.

Laut der Europäischen Crohn‘s und Colitis Organisation (ECCO) gibt es derzeit keine bestimmten Ernährungstherapien für Betroffene von Morbus Crohn. Nichtsdestotrotz existieren diverse Diäten, die in Studien und Fallberichten eine Linderung der Symptome erreichen konnten. Es mangelt jedoch bisher an großen kontrollierten Studien, die eine allgemeine Empfehlung bestimmter Ernährungsweisen geben können.

Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD)

Eine dieser Ernährungsformen ist die spezielle Kohlenhydratdiät (SCD – specific carbohydrate diet). Bei der speziellen Kohlenhydratdiät wird der Verzehr von bestimmten Kohlenhydraten eingeschränkt, die von Bakterien der Darmflora in Gase, Säuren oder Alkohole umgewandelt (fermentiert) werden könnten. Damit wird den Bakterien die Nahrungsgrundlage entzogen.

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Halb-vegetarische Diät (SMD)

Des Weiteren gibt es die halb-vegetarische Diät (SMD – semi-vegetarian diet), bei der es sich um eine lakto-ovo-vegetarische Ernährungsweise handelt. Das bedeutet, neben Milch und Eiern werden einmal pro Woche Fisch und einmal alle zwei Wochen ein Stück Fleisch verzehrt.

Low-FODMAP-Diät

Bei der Low-FODMAP-Diät handelt es sich – ähnlich wie bei der SCD – um eine Ernährungsform, bei der die Nahrungsgrundlage einer Vielzahl von Bakterien der Darmflora entzogen wird. Dies erreicht man, indem man fermentierbare Kohlenhydrate (Oligo-, Di- und Monosaccharide) sowie Zuckeraustauschstoffe (Polyole) in seiner Diät vermeidet. Die folgende Tabelle zeigt eine Gegenüberstellung von geeigneten und ungeeigneten Lebensmitteln bei Morbus Crohn.

zu empfehlen zu vermeiden
Obst und Gemüse raffinierter Zucker, zuckerhaltige Getränke
Hülsenfrüchte Getränke mit Süßstoffen
Vollkornprodukte Säfte
Nüsse, Samen Süßigkeiten
Milch- und Milchprodukte Margarine, Maiskeimöl, Distelöl
Eier Alkohol
Fisch rotes Fleisch und verarbeitete Fleischwaren
weißes Fleisch Fast Food

Wie sollte man sich während eines Schubs ernähren?

Was eine angemessene Ernährung während eines aktiven Morbus Crohn darstellt, ist abhängig von der Schwere des Schubs, dem bisherigen Verlauf der Krankheit und der medikamentösen Behandlung. Wenn die Aufnahme fester Lebensmittel möglich ist, sollte besonders auf eine geringe Ballaststoffzufuhr geachtet werden. Eine unzureichende Nährstoffzufuhr wird vor allem durch eine zu geringe Nahrungsaufnahme, Resorptionsstörungen und einen erhöhten Nährstoffbedarf aufgrund der aktiven Entzündung begünstigt. Deshalb wird häufig eine enterale Ernährung (eine auf Flüssigkeiten beruhende klinische Ernährungsweise) erforderlich, um den Nährstoffbedarf des Betroffenen zu decken.

Ist eine vegane Ernährung als Morbus-Crohn-Betroffener möglich?

Da eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung bei Morbus Crohn empfohlen wird, spricht prinzipiell nichts gegen eine rein pflanzliche Ernährungsweise. In einer japanischen Studie wurde eine semi-vegetarische Ernährung (SVD) mit sehr geringem Fisch- und Fleischanteil als sehr hilfreich angesehen, um Morbus Crohn in Remission zu halten. Besonders sollte jedoch auf die Zufuhr potenziell kritischer Nährstoffe in der veganen Ernährung geachtet werden. Zu diesen gehören:

  • Eisen
  • Jod
  • Vitamin D
  • Zink
  • Omega-3 Fettsäuren
  • Cobalamin (Vitamin B12)
  • Riboflavin (Vitamin B2)
  • Thiamin (Vitamin B1)
  • Protein
  • Selen

Vor allem sollte eine angemessene Proteinzufuhr gewährleistet sein, weil diese für den Heilungsprozess unerlässlich ist. Da zudem ein Nährstoffmangel bei Morbus-Crohn-Betroffenen sehr häufig ist, sollte auf jeden Fall ein Arzt oder ein zertifizierter Ernährungsberater zurate gezogen werden, bevor man sich zu einer veganen Ernährung entschließt.

Fazit


Es gibt bislang keine in großen wissenschaftlichen Studien überprüfte Ernährungsform bei Morbus Crohn. Grundsätzlich ist aber unbedingt eine vollwertige Ernährung angeraten, die alle kritischen Nährstoffe abdeckt. Während eines akuten Schubs empfiehlt sich eine verminderte Ballaststoffzufuhr, um den Darm zu entlasten.

Chiba M, Abe T, Tsuda H, et al. Lifestyle-related disease in Crohn’s disease: Relapse prevention by a semi-vegetarian diet. World J Gastroenterol.2010 May 28; 16(20): 2484–2495doi: 10.3748/wjg.v16.i20.2484

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Nicole Telfer

Nicole Telfer

Nicole is a naturopathic doctor, heilpraktikerin, and personal trainer. She is all about getting down to the facts, helping people learn about their bodies, and empowering them to make the best choices for themselves. Nicole has no spare time—she has a baby—but if she did, it would be filled with sewing and hiking.

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