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Hefepilzinfektion: Symptome bei Candida Albicans

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Candida Albicans gehört zur Gattung der Hefepilze. Ungefähr dreißig Prozent der gesunden Bevölkerung sind von Candida-Hefepilzen besiedelt – ohne es zu bemerken. Candida Albicans ist die weltweit am weitesten verbreitete Art der Candida Spezies. Die Hefepilze sind bei den Betroffenen auf der Haut und auf den Schleimhäuten zu finden. Trotz Befall bricht nicht bei jedem eine Erkrankung aus. Das liegt daran, dass Candida Albicans ein opportunistischer __Erreger ist. Das bedeutet, dass nur unter bestimmten Umständen eine Erkrankung ausgelöst wird. Kommt es beispielsweise zu einer Veränderung des pH-Wertes im Genitalbereich oder ist das Immunsystem geschwächt, lösen die Hefepilze eine Infektion aus, mit dem medizinischen Namen __Mykose. Die Infektion, die durch Candida Hefepilze hervorgerufen wird, heißt Candidose.

Was sind die Symptome bei Candida Albicans Infektion?

Je nachdem, welche Körperstelle mit Candida Albicans besiedelt ist, äußert sich die Infektion mit spezifischen Symptomen. In den folgenden Abschnitten erfährst du, wie sich eine Candida-Infektion an den verschiedenen Körperregionen zeigt.

Wie äußert sich eine Candida Albicans Infektion der Zunge?

Die Candidose des Mundes bezeichnet man als orale Candidose. Sie kann neben der Zunge auch die Wangenschleimhaut sowie den weichen und harten Gaumen betreffen. In manchen Fällen breitet sich die Infektion auch bis in die Speiseröhre aus. Die Symptome bei Candida-Pilzinfektion des Mundes (orale Candidose) sind:

  • Rötung
  • weiße Belägen

Dieses Phänomen bezeichnet man als Mundsoor. Mundsoor ist das spezifische Zeichen der oralen Candidose. Die weißen Stippchen lassen sich leicht durch abstreifen entfernen. Durch das sehr charackteristische Erscheinungsbild des weißen Belags kann der Arzt die Diagnose meist mit einem Blick in den Mund treffen. Manche Betroffene klagen weiterhin über Brennen im Mund oder ein pelziges Gefühl. Die orale Candidose tritt in der Regel nur bei Immunsupprimierten auf, beispielsweise bei Chemotherapie (durch Zytostatika) oder durch die Abschwächung des Immunsystems bei Aids. Die typisch weißlichen Beläge sollten daher immer ärztlich abgeklärt werden. Sofern auch die Speiseröhre betroffen ist, spricht man von Soorösophagitis.

Was ist Vaginale Candidose (Candida Vulvo-Vaginitis)?

Kommt die vaginale Bakterienflora aus dem Gleichgewicht, kann es zu einer Entzündung der Vulva und Vagina (weibliche Genitale) kommen. Das Risiko an einer vaginalen Candidose zu erkranken, ist nach systemischer Antibiotikatherapie erhöht. Denn hierbei werden die natürliche Bakterienflora abgetötet. Candida Albicans kann dann Überhand nehmen. Aber auch chronische Erkrankungen wie Diabetes Mellitus und HIV begünstigen eine Infektion. Weiterhin haben Schwangere oder Immunsupprimierte eine höhere Wahrscheinlichkeit zu erkranken.

Die Candidose der Vagina und Vulva äußert sich mit den folgenden Symptomen:

  • starker Juckreiz in der Genitalregion (Pruritus)
  • Brennen
  • Schmerzen beim Sexualverkehr (Dyspareunie)
  • erschwerte und eventuell schmerzhafte Blasenentleerung (Dysurie)
  • in der Regel geruchsloser, weißlich-krümeliger Ausfluss (Flour Vaginalis)
  • Rötung im Bereich des äußeren Genital (Vulva), gegebenenfalls mit Einrissen (Rhagaden)

Wie äußert sich die genitale Candidose beim Mann?

Auch das männliche Genital kann von einer akuten Infektion mit Candida Albicans betroffen sein. Diese als Balanitis bezeichnete Infektion tritt relativ selten auf. Sie äußert sich mit Rötung und weißlichen Auflagen auf der Eichel (Glans) und der Vorhaut (Präputium). Auch Schmerzen und Brennen des Penis können auftreten. Kommt es zu dieser Entzündungsreaktion, hört sie meist von selbst wieder auf. Man nennt dies selbstlimitierend. Viel häufiger sind Männer jedoch asymptomatische Keimträger. Dies bedeutet, dass sie zwar von Candida Albicans besiedelt sind, aber keine Krankheit ausbricht. Dennoch können die betroffenen Männer die Hefepilze beim Geschlechtsverkehr übertragen. Daher zählt die Candidose zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Häufiger entsteht die Candidose jedoch durch Autoinfektion bei zuvor bereits vorherrschenden Besiedelung.

Welche Symptome habe ich bei einer Candida Infektion im Darm?

Die Rolle der Candida Infektion im Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinaltrakt) ist durchaus umstritten. Zwar werden Fälle berichtet, in denen der Ausbruch einer sogenannten orointestinalen Candidose nachgewiesen wurde. Allerdings scheint dieses Krankheitsbild deutlich seltener zu sein als die orale Candidose. Da kontrollierte Studien fehlen, lassen sich leider keine klare Aussagen zu den Symptomen treffen. Denkbar sind Durchfälle, Bauchschmerzen oder auch Blutungen. Es wurde aber festgestellt, dass bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und beim Reizdarmsyndrom keine Häufung der Candida-Infektion vorliegt.

Welche Symptome treten bei Candida-Infektion der Haut auf?

Die akute Infektion mit Candida Albicans der Haut tritt meistens im feuchtwarmen Milieu von Hautfalten auf – dort wo Haut auf Haut liegt (intertriginös). Dies ist beispielsweise unter der Achselhöhle oder unter der Brust der Fall. Man bezeichnet diese deswegen auch als intertriginöse Candidose. Auch im Bereich zwischen den Fingern treten die Hefepilzinfektionen gerne auf. Vor allem, wenn die Haut durch Feuchtarbeiten angegriffen wird. Durch vermehrtes Schwitzen besteht ebenfalls das Risiko einer Hautinfektion. Die typischen Symptome sind:

  • nässende Hautveränderungen
  • Rötung
  • weißlicher Schuppensaum am Übergang zur gesunden Haut (Collerette-Schuppung)
  • gegebenenfalls Bläschenbildung (Papulapusteln)
  • schmerzhafte Hauteinrisse

Treten diese Symptome neu auf, sollte unbedingt überprüft werden, ob ein Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) vorliegt. Um der Infektion vorzubeugen empfiehlt es sich, die Hautfalten immer trocken zu halten. Das heißt insbesondere nach dem Duschen oder Waschen, aber auch bei übermäßigem Schwitzen gut abtrocknen. Besteht bereits eine Pilzinfektion, sollten die Handtücher nicht gemeinsam benutzt werden. Bei Babys und Kleinkindern kann sich aus einer Windeldermatitis (Irritation der Haut durch Ausscheidungen) durch Superinfektion mit Candida Pilzen eine Candidose entstehen.

Kann eine Candida-Infektion auch zu psychischen Symptomen führen?

Ob Candida Pilze zu psychischen Beschwerden führt, ist derzeit nicht klar nachgewiesen. Forscher der Johns Hopkins Medicine Gruppe konnten jedoch kürzlich nachweisen, dass Patienten mit Schizophrenie und Bipolare Patienten häufiger Candida-Infektionen aufweisen. Ob dies mit der Erkrankung zusammenhängt, lässt sich nach dem momentanen Forschungsstand nicht sagen.

Immer wieder wird dem Hefepilz auch unterstellt für Erschöpfung, Antriebslosigkeit und bei Frauen für psychische Beschwerden und Unterleibsschmerzen vor der Regel (prämenstruelles Syndrom, PMS) verantwortlich zu sein. Hinzu kommen Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Verdauungsprobleme und Unwohlsein nach dem Genuss von süßen Speisen. Inwieweit und ob sich der Hefepilz wirklich auf das psychische Wohlbefinden auswirkt, ist jedoch nicht genau geklärt.

The Johns Hopkins University, 2016. Online zugegriffen am 25.07.2018 unter: https://www.hopkinsmedicine.org/news/media/releases/yeast_infection_linked_to_mental_illness

Knoke, M. (1996). Klinische Bilder der Candidose im Orointestinaltrakt. Fiktion oder Realität?. Mycoses, 39(s1), 40-43. 25.07.2018. Online zugegriffen am 25.07.2018 unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1439-0507.1996.tb00502.x

Markus, H. H., & Finck, H. (1992). Ich fühle mich krank und weiß nicht, warum: Candida albicans, die maskierte Krankheit; mit Hefepilz-Kontrolldiät. Georg Thieme Verlag. Online zugegriffen am 25.07.2018 unter: https://bit.ly/2Mnyf4L (Google Books)

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus Ärzten, Psychologen und Ernährungsberatern haben wir neben dieser Seite eine Therapie entwickelt, mit dem Betroffene die Ursachen und Zusammenhänge für ihre Verdauungsprobleme herausfinden können.

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