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Schüßler-Salz Nr. 9 – Wirkung und Therapie

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Bei Schüßler-Salzen handelt es sich um natürliche und homöopathische Arzneimittel, die ursprünglich von Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelt wurden. Er vertrat die Meinung, dass alle Körperfunktionen in enger Verbindung mit dem Mineralstoffhaushalt im Körper stehen. Je nachdem, welche Beschwerden auftreten, soll eine individuelle Mischung aus einigen der zwölf Funktionssalze und 15 Ergänzungssalze mögliche Nährstoffmängel ausgleichen und den Körper wieder ins Gleichgewicht bringen. Welche Rolle spielt dabei das Schüßler-Salz Nr. 9?

Was ist das Schüßler-Salz Nr. 9?

Das Schüßler-Salz Nr. 9 zählt zu den Funktionssalzen aus der Reihe der Schüßler-Salze. Es ist auch unter der Bezeichnung Natrium phosphoricum (Natriumphosphat) bekannt. Laut der Erkenntnisse von Dr. Schüßler ist Natriumphosphat an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Dem Salz wird nachgesagt, das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen sowie den Fettstoffwechsel im menschlichen Körper maßgeblich beeinflussen zu können. Das Schüßler-Salz 9 gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, darunter Tabletten, Globuli, Tropfen und Salben.

Welche Anwendungsgebiete gibt es für das Schüßler-Salz Nr. 9?

Gemäß der Philosophie Dr. Schüßlers ist das Schüßler-Salz Nr. 9 für den Ausgleich des Säuren-Basen-Haushalts im menschlichen Körper zuständig. Es soll dafür sorgen, die Balance zwischen Säuren und Basen aufrechtzuerhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Dem Salz wird eine entsäuernde Wirkung nachgesagt: Befinden sich zu viele Säuren im Körper, kann das Salz dazu beitragen, diese zu neutralisieren und so für ein besseres Wohlbefinden sorgen.

Typischerweise gelten für das Schüßler Salz Nr. 9 folgende Anwendungsgebiete:

  • unreine Haut
  • Mitesser
  • Akne
  • fettige Haut
  • Hühneraugen
  • Mikroverletzungen wie Muskelkater
  • Sodbrennen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Atembeschwerden
  • Entzündungen von Blase, Niere oder Magenschleimhaut
  • Hautbeschwerden wie Milchschorf, Hautausschläge mit Bläschen und Pusteln
  • Muskel- und Gelenkerkrankungen wie Gicht oder Rheuma

Tipp

Bei besonders starken und anhaltenden Beschwerden ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren, um die Anwendung des Schüßler-Salzes Nr. 9 möglicherweise durch eine medikamentöse Behandlung zu unterstützen.

Bei welchen Symptomen eignet sich das Schüßler-Salz Nr. 9?

Entsteht im Körper ein Ungleichgewicht zwischen Säuren und Basen, sind laut Dr. Schüßler auch die Natrium- und Phosphat-Ionen im Körper durcheinander geraten. Eine solche Unausgewogenheit kann verschiedene Symptome oder Erkrankungen nach sich ziehen. Häufige Anzeichen für eine Übersäuerung oder Stoffwechselstörungen können sein:

  • Blähungen
  • Koliken
  • Magenkrämpfe
  • Fettsucht
  • saures Aufstoßen
  • saures Erbrechen
  • sauer riechender Durchfall

Hinweis

Oftmals sind die Symptome vor allem auf eine übermäßige Einnahme fettiger Nahrung zurückzuführen. Sie verursacht häufig eine zu hohe Produktion von Magensäure im Körper und laut Dr. Schüßler einen Mangel an Natriumphosphat, den das Schüßler-Salz Nr. 9 ausgleichen kann.

Wie ist das Schüßler-Salz Nr. 9 einzunehmen?

Es gibt unterschiedliche Methoden, das Salz anzuwenden. Das Schüßler-Salz Nr. 9 entfaltet seine beste Wirkung, wenn der Betroffene es spät abends anwendet. Es ist sowohl zur Einnahme als auch zur äußeren Anwendung gedacht. Bei der Anwendung des Schüßler-Salzes Nr. 9 als Salbe ist zu empfehlen, unterstützend auch Tabletten oder Globuli einzunehmen. Die übliche Potenz des Schüßler-Salzes Nr. 9 ist D6 oder D12. Die endgültige Dosierung hängt vom individuellen Gesundheitszustand des Betroffenen und der Schwere des Mineralstoffmangels ab und sollte in Absprache mit einem Fachmann festgelegt werden.

Laut der DHU (Deutsche Homöopathie-Union) empfiehlt sich für die Tabletteneinnahme des Schüßler-Salzes Nr. 9 die folgende Dosierung:

  • Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren: ein- bis dreimal täglich eine Tablette
  • Säuglinge (erstes Lebensjahr): ein Drittel der Erwachsenendosis
  • Kinder bis sechs Jahre: die Hälfte der Erwachsenendosis
  • Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren: zwei Drittel der Erwachsenendosis

Unabhängig von der Dosierungsmenge ist es wichtig, die Tabletten langsam im Mund zergehen zu lassen oder zuvor in Wasser aufzulösen. Zwischen der Einnahme und einer Mahlzeit sollte mindestens eine halbe Stunde vergehen. Nach dem Abklingen der Beschwerden empfiehlt es sich, die Dosierungsmengen zu reduzieren.

Wichtig!

Salben und Gele dienen der äußerlichen Anwendung. Üblich ist es, die Salbe ein- bis zweimal täglich dünn auf die betroffenen Stellen aufzutragen und sanft einzumassieren.

Mit welchen weiteren Salzen ist das Schüßler-Salz Nr. 9 kombinierbar?

Um Säuren im Körper zu binden, kann die Kombination mit andere Schüßler-Salzen sinnvoll sein. Vor allem können die Schüßler-Salze Nr. 9 und 10 (Natrium sulfuricum) der Übersäuerung positiv entgegenwirken, indem sie die Ausscheidung regulieren. Selbiges gilt für die Kombination der Schüßler-Salze Nr. 9 und 11 (Silicea). Zusammen mit den Salzen Nr. 3 (Ferrum phosphoricum), Nr. 4 (Kalium chloratum), Nr. 6 (Kalium sulfuricum) und Nr. 10 (Natrium Sulfuricum) wird dem Schüßler-Salz Nr. 9 eine Wirkkraft gegen Akne nachgesagt.

Wer das Salz unterstützend zur Behandlung von Gicht verwenden möchte, sollte es mit dem Schüßler-Salz Nr. 11 kombinieren. Zudem ist das Schüßler-Salz Nr. 9 gemeinsam mit den Schüßler-Salzen Nr. 4 (Kalium Chloratum), Nr. 7 (Magnesium Phosphoricum) und Nr. 10 (Natrium Sulfuricum) für seinen positiven Abnehmeffekt bekannt, denn diese Kombination der Salze kann den Stoffwechsel anregen.

Wichtig bei der Anwendung von Schüßler-Salzen ist, auch die Ernährung anzupassen. Das bedeutet im Falle des Schüßler-Salzes Nr. 9, auf zu viele saure Lebensmittel zu verzichten und auf eine basische Ernährungsweise zu achten. Dazu gehört beispielsweise, weniger Fleisch zu essen, mehr Gemüse zu sich zu nehmen und ausreichend viel Wasser zu trinken.

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Welche Nebenwirkungen kann das Schüßler-Salz Nr. 9 haben?

Jeder Betroffene reagiert anders auf die unterschiedlichen Schüßler-Salze. Im Allgemeinen gelten die homöopathischen Mittel als gut verträglich. Jedoch können bestimmte Potenzen ein starkes Hungergefühl hervorrufen. Vorsicht ist zudem bei einer Laktoseintoleranz geboten. Wer den Milchzucker nicht verträgt oder sich vegan ernährt, sollte auf Produkte mit anderen Trägersubstanzen wie Kartoffel- oder Getreidestärke zurückgreifen. Das Schüßler-Salz Nr. 9 ist in beiden Varianten erhältlich.

Eignet sich das Schüßler-Salz Nr. 9 während der Schwangerschaft?

Sind keine Unverträglichkeiten gegen den Inhalts- oder einen der Begleitstoffe vorhanden, spricht im Allgemeinen nichts gegen eine Einnahme des Schüßler-Salzes in der Schwangerschaft. Bei Sodbrennen, das bei Schwangeren häufig auftritt, kann das Salz der Übersäuerung im Körper entgegenwirken. Zudem wird dem Salz eine hautberuhigende Wirkung bei Schwangerschaftsakne nachgesagt.

Dürfen Kinder und Säuglinge das Salz einnehmen?

Kinder, die regelmäßig größere Mengen an zuckerhaltigen Lebensmitteln sowie Produkte mit Weißmehl und Milch zu sich nehmen, laufen Gefahr, durch die daraus resultierende Übersäuerung Probleme mit dem Magen und dem Verdauungstrakt zu bekommen. Laut Dr. Schüßler sind diese Probleme vorwiegend auf einen Mangel an Natriumphosphat, also dem Hauptinhaltsstoff des Schüßler-Salzes Nr. 9, zurückzuführen. Das Salz soll dieses Ungleichgewicht bekämpfen. Im Säuglingsalter kann das Salz außerdem dazu beitragen, Milchschorf oder Koliken zu lindern. Während der Pubertät kann es gegen Pickel und Mitesser helfen.

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus Ärzten, Psychologen und Ernährungsberatern haben wir neben dieser Seite eine Therapie entwickelt, mit dem Betroffene die Ursachen und Zusammenhänge für ihre Verdauungsprobleme herausfinden können.

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