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Pilze im Darm – Ansteckung, Diagnose und Behandlung

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Dr. med. André Sommer
Andre Sommer, MD

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Pilze im Darm

Inhaltsverzeichnis

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Pilze gehören, wie viele Bakterien auch, zu den natürlichen Mikroorganismen, die unseren Körper besiedeln, ohne ihn zu schädigen. Über die Rolle von Pilzen im Darm, insbesondere über den Hefepilz Candida, wird in der Wissenschaft stark diskutiert. Während einige von einem „Candida-Syndrom“ mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit und Muskelschmerzen ausgehen, sind andere der Ansicht, dass Candida sich nur bei schwer kranken Patienten negativ auswirkt. Aus diesem Grund sind auch die Behandlungsansätze gegen Pilze im Darm umstritten. Der folgende Text schildert den aktuellen Wissensstand zu Symptomen, Tests und Behandlungsmöglichkeiten bei Pilzen im Darm.

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Um welche Pilze handelt es sich?

Wenn in der Medizin von Pilzen gesprochen wird, handelt es sich nicht um die großen Exemplare aus dem Wald, sondern um kleine Mikroorganismen, die – neben Bakterien und Viren – möglicherweise krank machen können. „Möglicherweise“ bedeutet, dass viele Pilze für den Menschen ungefährlich sind, vor allem wenn dieser gesund ist. Es werden mehrere Gruppen von Pilzen unterschieden. In Europa finden sich beim Menschen insbesondere Hefen, Dermatophyten (von derma = Haut und phytón = Pflanze) und Schimmelpilze. Teilweise leben diese Pilzarten auf der Haut und den Schleimhäuten, ohne dort Schaden anzurichten. Manche Pilzarten, zum Beispiel Schimmelpilze, haben jedoch das Potenzial, Allergien und Lungenerkrankungen auszulösen.

Wie wird auf Pilze im Darm getestet?

Auf der Suche nach Pilzen im Darm werden meistens Stuhlproben untersucht. Diese Proben enthalten immer einen Teil abgeschilferte, das heißt abgelöste Darmzellen. Daher geht man davon aus, dass auch immer einige Mikroorganismen, die im Darm leben, mit ausgeschieden werden. Die Proben werden dann auf speziellen Nährböden angezüchtet. Wissenschaftler nennen dieses Vorgehen Kultivieren. Vermehren sich auf diesen Nährböden Pilze, wachsen sie in Anhäufungen, in sogenannten Kolonien. Diese sehen ja nach Pilzart immer etwas anders aus. Das hilft zu beurteilen, um was für einen Pilz es sich handelt. In sich anschließenden chemischen Tests und unter dem Mikroskop kann die Pilzart dann genauer bestimmt werden.Mittlerweile gibt es Geräte, die in einer Körperflüssigkeitsprobe nach dem Erbgut bestimmter Pilze suchen können. Damit erhält man in der Regel viel schneller ein Ergebnis – das auch noch genauer ist als die Kulturmethode. Für die klinische Praxis spielen diese Tests allerdings noch keine Rolle. Aber nicht nur Stuhlproben dienen zum Nachweis von Darmpilzen. Auch immer wenn eine Magen- oder Darmspiegelung oder eine Operation mit Gewebeentnahme durchgeführt wird, können diese Proben auf Pilze untersucht werden.

Welche Pilze finden sich im Körper?

Werden Pilze im Darm gefunden, handelt es sich in den meisten Fällen um Hefepilze der Gattung Candida. Es wird angenommen, dass etwa die Hälfte aller Menschen Candida-Träger ist. Diese Zahl schwankt aber von Studie zu Studie.. Die dabei am häufigsten nachgewiesene Art ist Candida albicans.

Candida-Pilze sind auch dafür bekannt, Scheidenpilzinfektionen auszulösen. Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem, zum Beispiel bei HIV-Infizierten, können die Pilze zudem durch eine Besiedlung des Mundraums und der Speiseröhre (Soorösophagitis) zu Entzündungen führen. Eine gefürchtete Komplikation, insbesondere auf Intensivstationen im Krankenhaus, ist die Candidämie oder auch invasive Candidose, bei der Pilze in die Blutbahn gelangen und dadurch eine Reaktion im ganzen Körper auslösen können.

Sind Pilze im Darm gefährlich?

Wie bereits erwähnt, finden sich bei vielen gesunden Menschen Pilze auf den Schleimhäuten des Mundraums und des Darms, aber auch in der Scheide. Aus diesem Grund kann man nicht davon ausgehen, dass Pilze grundsätzlich schädlich sind. Sie leben vielmehr in einem Gleichgewicht mit den anderen Mikroorganismen des Körpers. Das Immunsystem sorgt dafür, dass keiner dieser Mikroorganismen die Überhand gewinnt. Ist das nicht mehr gewährleistet, kommt es also zu einer Überbesiedlung, kann das zu Problemen führen. Dies kommt vor allem bei Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche oder Menschen, die Immunsystem-unterdrückende Medikamente einnehmen müssen (wie nach einer Organtransplantation) vor. Eine Vermehrung der Pilze ist auch dann möglich, wenn langandauernde Antibiotikagaben die Zusammensetzung des Mikrobioms (Vielfalt der Mikroorganismen) des Darms gestört haben.

In seltenen Fällen und eigentlich nur bei Patienten mit gestörtem Immunsystem, kann sich eine gefürchtete sogenannte invasive Candida-Infektion zu entwickeln. Bei dieser invasiven Infektion gelangt Candida über die geschädigte Darmschleimhaut ins Blut – und damit in den Kreislauf. Dadurch wird das Immunsystem stark aktiviert; es kann zu Symptomen wie Fieber und Blutdruckabfällen kommen. Dies kann sogar soweit führen, dass beispielsweise die Nieren oder die Leber nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Es kann sich ein beginnendes Organversagen ankündigen. Man spricht dann von einem septischen Schock, der lebensbedrohlich seinkann.

Welche Rolle spielen Candida-Pilze im Darm?

Die Rolle von Candida im Darm ist in der Wissenschaft ein stark umstrittenes Thema. So wurde in den 1970er Jahren eine Theorie aufgestellt, dass das „Candida-Hypersensitivitäts-Syndrom“ bei Gesunden zu folgenden unspezifischen Symptomen führen könne:

  • Müdigkeit,
  • Abgeschlagenheit,
  • Durchfälle,
  • Muskelschmerzen und
  • Luftnot.

Auch ein Zusammenhang mit dem „Chronic Fatigue Syndrome“ (Chronisches Müdigkeitssyndrom) wurde angenommen. Bis heute wurden diese Theorien jedoch widerlegt, weshalb in der Regel auch keine Pilz-Behandlung erfolgt, wenn zufällig Candida im Stuhl nachgewiesen wird. Einige Forscher vermuteten auch, dass eine Candida-Besiedlung das Risiko, an Allergien wie Neurodermitis zu erkranken erhöhen kann. Auch diese Vermutung ist bis heute umstritten. Allergien entwickeln sich viel eher in einem komplexen System aus genetischen und Umwelteinflüssen. Auch ist bisher nicht geklärt, ob eine Behandlung gegen Candida das Allergierisiko senken kann.

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