Ernährung bei Divertikulitis – Was darf ich bei Divertikulitis essen?
Ernährung & Unverträglichkeiten
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Inhaltsverzeichnis
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- Verfolgen Sie Ihre Ernährung und Symptome
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Unter einer Divertikulitis versteht man allgemein die Entzündung von Ausstülpungen der Darmschleimhaut. In den allermeisten Fällen treten Divertikel und damit auch die Divertikulitis im Dickdarm und dort speziell im Sigma, einem S-förmigen Abschnitt des Dickdarms, auf. In der Therapie der Divertikulitis spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle.
Welche Nahrungsmittel erlaubt sind ist von der jeweiligen Phase der Erkrankung abhängig. Im akuten Krankheitsausbruch sollte der Darm möglichst entlastet werden. Treten die Beschwerden der Divertikulitis immer wieder (rezidivierend) auf oder bestehen sie dauerhaft (persistierend), liegt eine chronische Divertikulitis vor. Ob der Verlauf und das erneute Auftreten dieser Erkrankung durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten positiv zu beeinflussen ist, gilt als wissenschaftlich umstritten.
Was aber kann die Beschwerden konkret lindern? Welche Maßnahmen im Alltag sind hilfreich? Folgender Artikel bietet nützliche Ernährungstipps im Umgang mit der Erkrankung.
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Welche Ernährung ist bei einer akuten Divertikulitis empfehlenswert?
Eine akute Divertikulitis ist charakterisiert durch Bauchschmerzen, die meist im linken Unterbauch lokalisiert sind, sowie Blähungen und Veränderungen des Stuhlgangs. Stuhlveränderungen können sich in Form von Durchfall oder Verstopfung äußern. Während in schweren Fällen, insbesondere bei Patienten mit Vorerkrankungen, eine antibiotische Therapie notwendig ist, ist bei milden Formen der Divertikulitis nicht immer eine spezielle Therapie nötig.
In der akuten Entzündungsphase sollte der Darm möglichst nicht zusätzlich mit Nahrung belastet werden. In schweren Fällen kann eine vorübergehende, vollständige Nahrungskarenz notwendig sein. Die Ernährung muss dann über Infusionen unter Umgehung des Verdauungstraktes (parenteral) gewährleistet werden.
Bei leichteren Verläufen können ballaststoffarme Lebensmittel verzehrt werden. Dazu gehören beispielsweise Brühen, Weißbrot, Zwieback und gekochte Kartoffeln oder Karotten.
Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), chronische Niereninsuffizienz oder ein geschwächtes Immunsystem erhöhen das Risiko für einen komplizierten Krankheitsverlauf. In diesen Fällen sowie bei erstmalig auftretenden Beschwerden sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann den Schweregrad der Divertikulitis einschätzen und über weitere Behandlungsmaßnahmen entscheiden.
Was kann man nach dem Abklingen einer akuten Divertikulitis essen?
In der ersten Woche nach einer akuten Divertikulitis sollte der Darm zunächst langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt werden. In dieser Zeit wird empfohlen, auf schwer verdauliche Rohkost und Salat zu verzichten. Die Mahlzeiten sollten generell ausgewogen und leicht bekömmlich sein. Sobald die Entzündung vollkommen abgeklungen ist, muss kein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel mehr erfolgen.
Eine ballaststoffreiche, fett- und fleischarme Ernährung schützt nachweislich vor der Ausbildung von Divertikeln (Darmausstülpungen). Der direkte Einfluss der Ernährung auf das Risiko eines erneuten Entzündungsgeschehens ist allerdings bisher wissenschaftlich nicht belegt. In der Leitlinie für die Divertikelkrankheit und Divertikulitis sind dementsprechend keine speziellen Ernährungshinweise zur Vorbeugung einer erneuten Darmentzündung enthalten.
Merke
Eine häufige Begleiterscheinung der Divertikelkrankheit sind Verstopfungsbeschwerden (Obstipation). Um die Darmbewegung anzuregen und einen weichen Stuhlgang zu fördern, ist eine ballaststoffreiche Ernährung ratsam. Täglich sollten Erwachsene 30 bis 40 Gramm Ballaststoffe mit der Nahrung zuführen. Sie sind in großen Mengen in Gemüse, Obst und Vollkornprodukten enthalten.
Zusätzlich sollten über den Tag mindestens eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden, bevorzugt in Form von Wasser und ungesüßtem Tee.
Zucker, fettiges Essen, helles Brot mit hohem Weizenanteil und Softdrinks sollten seltener auf dem Speiseplan stehen.
Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Ernährungsempfehlungen in den unterschiedlichen Phasen der Divertikulitis:
| Divertikulitis-Phase | geeignete Lebensmittel | ungeeignete Lebensmittel |
| akute Entzündung | Tee Suppe (ohne starke Gewürze) Weißbrot, Zwieback weich gekochte Kartoffeln Haferbrei | rohes Gemüse Salat Obst Vollkornprodukte fettige Speisen |
| chronische Divertikelkrankheit in der entzündungsfreien Phase | jegliches Gemüse (zum Beispiel: Aubergine, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Kohl, rote Beete, Spargel, Spinat, Zucchini) Bohnen, Linsen, Sojabohnen, Blattsalate Obst (zum Beispiel: Äpfel, Beeren, Birnen, Orangen, kernlose Trauben) Vollkornprodukte (zum Beispiel: Amaranth, Dinkel, Hirse, Reis, Quinoa, Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornnudeln) Samen (zum Beispiel: Leinsamen, Sonnenblumenkerne) Milchprodukte (zum Beispiel: ungesüßter Natur-Joghurt) Fisch Hühnerfleisch viel Wasser trinken! | Zucker fettige Speisen helles Brot (Weizen) Fertigprodukte zu viele Bananen Softdrinks zu viel rotes Fleisch |
Was ist ein geeignetes Rezept bei Divertikulitis?
Wie in der obigen Tabelle ersichtlich ist, hängt die Form der Ernährung wesentlich vom Stadium der Erkrankung ab. Da nach dem Abklingen der akuten Entzündung kein Lebensmittel wirklich tabu ist, muss grundsätzlich auf nichts verzichtet werden. Bekannterweise ist es der Gesundheit sowie dem Allgemeinbefinden allerdings zuträglich, überwiegend selbst gekochte Gerichte mit ausreichend frischem Gemüse zu verzehren. Hierfür gibt es zahlreiche Rezepte – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Inspiration bieten zum Beispiel vegetarische Kochbücher.
Weißbrot/Toastbrot kann beispielsweise einfach durch Vollkornbrot ersetzt werden. Am Morgen ist ein warmer Hirsebrei mit gekochten Früchten für die Verdauung gut bekömmlich.
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