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Motilium: Bei Übelkeit und Erbrechen

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Motilium ist ein Prokinetikum: Ein Medikament, das bei Übelkeit und Erbrechen helfen kann. Dabei wirkt es vor allem, indem es die Entleerung des Magens beschleunigt. Außerdem kann Motilium bei einer Gastroparese zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um eine Störung der Eigenbewegung des Magens.


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Was ist Motilium?

Motilium enthält den Wirkstoff Domperidon. Das Medikament ist als Tropfen und Filmtabletten erhältlich. Die Einnahme von Motilium lindert Übelkeit und Erbrechen. Darüber hinaus hilft das Medikament bei der Behandlung einer Gastroparese − einer reduzierten Eigenbewegung des Magens.

Wie wirkt Motilium?

Motilium mit seinem Wirkstoff Domperidon wird als Tropfen oder Filmtablette über den Mund eingenommen. Der Wirkstoff ist ein Dopamin-Antagonist. Das heißt, er wirkt als Gegenspieler des körpereigenen Botenstoffs Dopamin.

Im Körper bewirkt Motilium eine schnellere Magen-Darm-Passage der Nahrung und die Reduktion von Übelkeit und Erbrechen. So beschleunigt Domperidon die Entleerung des Magens und führt zu einem besseren Verschluss des unteren Schließ-Apparates der Speiseröhre. Dadurch verbleibt einerseits weniger Nahrungsbrei in der Speiseröhre und andererseits wird das Erbrechen erschwert.

Im Magen wird Domperidon schnell aufgenommen (resorbiert) und entfaltet innerhalb von ungefähr einer Stunde seine Wirkung. Auf das zentrale Nervensystem kann Motilium nur in geringem Ausmaß wirken, da es die Blut-Hirn-Schranke kaum passieren kann. Einzelne Nebenwirkungen, die das zentrale Nervemsystem betreffen, können dennoch auftreten.

Wann soll ich Motilium einnehmen?

Du solltest Motilium am besten 15 bis 30 Minuten vor dem Essen einnehmen. So wird die Übelkeit vor dem Essen unterdrückt, und du kannst ohne Übelkeit oder Erbrechen Nahrung zu dir nehmen.

Überblick

  • Motilium ist ein Prokinetikum. Das heißt, die Einnahme führt zu einer schnelleren Magen-Passage der Nahrung.
  • Motilium ist ein Medikament, das den Wirkstoff Domperidon enthält.
  • Motilium fördert die Entleerung des Magens.
  • Motilium führt zu einem besseren Verschluss des unteren Schließ-Apparates der Speiseröhre.

Wie viele Tropfen oder Filmtabletten soll ich einnehmen?

Allgemein sollte Motilium immer in der niedrigsten Dosis und nur so kurz wie möglich eingenommen werden, um Übelkeit und Erbrechen zu kontrollieren. Solltest du eine Dosis versäumt haben, dann hole diese nicht nach, sondern lasse sie komplett aus. Die Einnahme von Motilium sollte normalerweise nicht länger als eine Woche andauern.

Üblicherweise sollen Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren und über einem Körpergewicht von 35 kg Körpergewicht bis zu dreimal täglich einen ml Tropfen / eine Filmtablette einnehmen. Die maximale Tagesdosis von drei ml Tropfen / drei Filmtabletten sollte nicht überschritten werden.

Um die Einnahme zu erleichtern, können die Tropfen auch mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Wie viel Motilium soll ich einnehmen?

  • so wenig Motilium, so kurz wie nötig
  • Erwachsene: einen ml Tropfen / eine Filmtablette bis zu dreimal täglich
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Welche Nebenwirkungen hat die Anwendung von Motilium?

Die Einnahme von Motilium kann zu verschiedenen Nebenwirkungen führen. Bei jedem zehnten bis hundertsten Patienten tritt Mundtrockenheit auf. Weiterhin möglich sind Durchfälle, Hautausschläge und Juckreiz, Brustschmerzen und Brustspannen, das Ausbleiben der Regelblutung, Kopfschmerzen und Angstzustände.

In seltenen Fällen führt die Einnahme von Motilium zur Verlängerung der Reizweiterleitung des Herzens, die zu Rhythmus-Störungen bis hin zum plötzlichen Herztod führen kann. Außerdem können auch Situationen auftreten, in denen Patienten unwillkürliche, automatisierte Bewegungen und Bewegungsabläufe ausführen (extrapyramidale Nebenwirkungen). Hierbei handelt es sich um sehr schwerwiegende Nebenwirkungen. Zur Vorbeugung sollte die Anwendungsempfehlungen von Motilium genau eingehalten werden.

Dürfen Kinder Motilium einnehmen?

Kinder ab zwölf Jahren und mit einem Körpergewicht von 35 kg oder darüber dürfen Motilium einnehmen.

Können Schwangere und Stillende Motilium einnehmen?

Tiermodelle konnten zeigen, dass Motilium toxisch auf ein ungeborenes Baby wirkt. Deshalb sollte es in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies unbedingt nötig ist. Es sollte vorab immer ein Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Während der Stillzeit sollte man Motilium ebenfalls meiden. Das Medikament tritt, wenn auch nur zu einem geringen Anteil, in die Muttermilch über. Somit würde der Säugling Motilium über die Muttermilch aufnehmen. Aus diesem Grund muss gemeinsam mit dem Arzt entschieden werden, ob die Frau das Stillen unterbrechen sollte oder auf die Einnahme von Motilium verzichtet.

Wann sollte man Motilium nicht nehmen?

Wer allergisch auf den Wirkstoff oder andere Bestandteile reagiert, sollte auf Motilium verzichten. Außerdem sollte Motilium nicht bei mäßigen oder schweren Leberfunktionsstörungen angewendet werden. Denn das Mittel wird in der Leber abgebaut. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen sollte man die Häufigkeit der Einnahme reduzieren.

Außerdem sollte in diesen Fällen kein Motilium Anwendung finden:

  • Prolaktinom (Tumor der Hirnanhangsdrüse)
  • bei bestehender Verlängerung der Reizleitung des Herzens (Verlängerte QTc-Zeit)
  • starke Störungen der Blutsalze
  • Herzerkrankungen

Die gleichzeitige Anwendung von Motilium mit anderen Medikamenten, die ebenfalls die QTc-Zeit verlängern können, ist unbedingt zu unterlassen. Zu diesen gehören Anti-Arrhythmika wie Amiodaron, Antipsychotika wie Haloperidol, einige Antibiotika. Da diese Medikamente häufig sind, sollte dein Arzt darauf achten, dass du diese Art von Medikamenten nicht gleichzeitig mit Motilium einnimmst.

Achtung


Wann ist Motilium nicht geeignet?

  • während der Schwangerschaft und in der Stillzeit
  • für Kinder unter 12 Jahren
  • für Personen unter 35 kg Körpergewicht
  • bei mäßigen oder schweren Leberfunktionsstörungen
  • bei schweren Nierenfunktionsstörungen sollte eine Anpassung der Dosis erfolgen
  • bei Herzerkrankungen und Störungen der Reizleitung des Herzens
  • bei gleichzeitiger Anwendung von Medikamenten, die die QTc-Zeit verlängern, ist Motilium zu vermeiden

Wie lange darf ich Motilium einnehmen?

Normalerweise sollten sich Übelkeit und Erbrechen unter Motilium innerhalb von drei bis vier Tagen bessern. In jedem Fall solltest du Motilium nicht länger als sieben Tage anwenden.

Wie teuer ist Motilium?

Motilium ist, egal ob als Tropfen oder Tabletten, rezeptpflichtig. Mit gültigem Kassenrezept kosten 20 Filmtabletten Hersteller-unabhängig fünf Euro Zuzahlung. Für den gleichen Preis erhältst du auch 30 ml der Tropfen, wenn du ein gültiges Kassenrezept hast.

Ehrenpreis E, Roginsky G, Alexoff A, Smith D. Domperidone is Commonly Prescribed With QT-Interacting Drugs: Review of a Community-based Practice and a Postmarketing Adverse Drug Event Reporting Database. Journal of Clinical Gastroenterology. 2017;51(1):56-62. doi:10.1097/MCG.0000000000000543

Reddymasu SC, Soykan I, McCallum RW. Domperidone: review of pharmacology and clinical applications in gastroenterology. Am J Gastroenterol. 2007;102(9):2036-2045. doi:10.1111/j.1572-0241.2007.01255.x

Rote Liste. Motilium. Online abgerufen am 18.03.2020 unter: https://www.rote-liste.de/suche/motilium.

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus MedizinerInnen, PsychologInnen und ErnährungsberaterInnen haben wir neben dieser Seite eine App zur Darmgesundheit entwickelt, die Betroffene ganzheitlich begleitet.

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