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Reizdarm-Medikamente – Welche Medikamente helfen beim Reizdarmsyndrom?

Reizdarm & Verdauungsbeschwerden

Dr. Sarah Toler, CNM, DNP
Sarah Toler

Sarah Toler ist zertifizierte Hebamme, promovierte Krankenpflegerin und Wissenschaftsautorin. Ihr Fokus liegt auf der Verbesserung der Gesundheit von Frauen und dem Zugang zur Gesundheitsversorgung durch digitale Gesundheitsplattformen. Ihr Fachgebiet ist die psychische Gesundheit, insbesondere die körperlichen Manifestationen von Stress und Ängsten.Mit Cara Care haben haben wir in Form einer App deinen ganzheitlichen Begleiter bei Verdauungsbeschwerden entwickelt. Finde HIER heraus, welches unserer Medizinprodukte für dich in Frage kommt und verbessere deine Symptome und deine Lebensqualität!

Reizdarmsyndrom medikamente

Inhaltsverzeichnis

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In der Therapie des Reizdarmsyndroms nehmen Medikamente bisher nur eine unterstützende Rolle ein. Die Mittel können Reizdarmsymptome zwar lindern, aber nicht deren Ursachen bekämpfen. Vom Reizdarmsyndrom Betroffene und die pharmazeutische Industrie warten daher bereits seit Jahren auf wirksamere Reizdarm-Medikamente. Das Spektrum der bei Reizdarmsyndrom eingesetzten Substanzen umfasst:

  • verschreibungspflichtige Substanzen
  • frei verkäufliche Medikamente
  • pflanzliche Stoffe (Phytotherapeutika)
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Probiotika

Die Auswahl der individuell für Betroffene geeigneten Präparate sollte immer in Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker erfolgen, um mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen zu vermeiden. Reizdarm-Medikamente lassen sich bestimmten Beschwerdebildern zuordnen, wobei die Einteilung nach den folgenden vier Leitsymptomen erfolgt:

  1. Schmerzen
  2. Durchfall
  3. Verstopfung
  4. Blähungen und Luft im Bauch

Erfahre hier, wie du mit der kostenfreien App-Therapie von Cara Care deine Symptome und Lebensqualität verbessern kannst.

Welche Reizdarm-Medikamente helfen bei Schmerzen?

Viele vom Reizdarmsyndrom Betroffene leiden unter starken Schmerzen. Mehrere Studien zeigen, dass sich die Schmerzwahrnehmung beim Reizdarmsyndrom mit der Zeit verändert. Schon kleine Mengen Luft im Bauch können mit Schmerzen einhergehen, die ein Gesunder nicht gleichermaßen als schmerzhaft empfinden würde. Außerdem kann eine übermäßige Gasbildung, zum Beispiel durch eine bakterielle Fehlbesiedlung, auftreten und dann zu Beschwerden führen. Auch Krämpfe der Darmmuskulatur werden als sehr schmerzhaft wahrgenommen.

Übersicht über Medikamente gegen Schmerzen bei Reizdarmsyndrom mit Empfehlungsgrad


    Empfehlungsgrad
    Medikamente
    empfohlen
    Spasmolytika (zum Beispiel Butylscopolamin, Mebeverin)
    möglich
     
    lösliche [Ballaststoffe](https://cara.care/de/ernaehrung/lebensmittel/ballaststoffe/) (zum Beispiel [Macrogol](https://cara.care/de/behandlung/medikamente/macrogol/), indische [Flohsamenschalen](https://cara.care/de/ernaehrung/lebensmittel/flohsamenschalen/))
    trizyklische Antidepressiva (zum Beispiel Amitriptylin)
    selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (zum Beispiel Citalopram)
    Probiotika (zum Beispiel E. coli Nissle und Bifidobakterien)
    pflanzliche Substanzen (zum Beispiel Kümmel- oder [Pfefferminzöl](https://cara.care/de/erkrankungen/reizdarm/pfefferminzoel/))
     
    5-HT3-Antagonisten in Ausnahmefällen
    eher nicht zu empfehlen
     
    periphere Schmerzmittel (insbesondere NSAR wie Ibuprofen)
    Antibiotika (Ausnahme: Rifaximin in Einzelfällen)
    Pregabalin/Gabapentin
    Aloe vera
    nicht zu empfehlen
     
    Opiate und Opiatagonisten (zum Beispiel Tramadol)
    Pankreasenzyme

    Bei Pfefferminzöl und Kümmelöl handelt es sich um zwei pflanzliche Substanzen (Phytotherapeutika), die sich in der Anwendung beim Reizdarmsyndrom als krampflösend und schmerzlindernd bewährt haben. Die Öle sind in Kapselform verfügbar und werden eine halbe Stunde vor einer Hauptmahlzeit eingenommen. Ausgeprägte Nebenwirkungen sind nicht bekannt; allerdings wird manchmal beim Aufstoßen der Geruch des Präparates als störend empfunden.

    Wie wirkt Butylscopolamin?

    Butylscopolamin setzt die Spannung der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt herab. Durch die Hemmung der dort sitzenden Muscarin-Rezeptoren (anticholinerge Wirkung) wird die Darmmuskulatur entspannt.


      N-Butyl-Scopolamin
      Anwendung
      3-mal täglich 1–2 Dragees, maximal 6 Dragees pro Tag
      Nebenwirkungen
      das Medikament ist generell gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, trockene Haut, Hautreaktionen, Glaukomanfall, schneller Herzschlag, Blutdruckabfall, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden, Probleme beim Wasserlassen, Müdigkeit
      Kontraindikation (nicht einnehmen bei:)
      Engwinkelglaukom
      Abflussbehinderungen aus der Harnblase, zum Beispiel benigne Prostatavergrößerung
      [Fructose-Intoleranz](https://cara.care/de/erkrankungen/intoleranz/fructose/fructoseintoleranz-symptome/) (nur bei nachgewiesener Intoleranz, innerhalb der [Low-FODMAP-Diät](https://cara.care/de/ernaehrung/diaeten/low-fodmap/) ist das Medikament unbedenklich)
      Tachykardie (schneller Herzschlag), Tachyarrhythmie (schneller, unregelmäßiger Herzschlag)
      Verengungen des Magen-Darm-Trakts
      Darmverschluss
      Myasthenia gravis (neurologische Erkrankung mit belastungsabhängiger Muskelschwäche)
      Kinder < 6 Jahre, da hierzu keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen
      Wechselwirkungen
      Mit verschiedenen anderen Medikamenten wie zum Beispiel trizyklischen Antidepressiva können Wechselwirkungen auftreten.

      So sehr die Schmerzen Betroffene plagen, die Anwendung von klassischen Schmerzmitteln wie ASS (Aspirin), Paracetamol oder Ibuprofen wird beim Reizdarmsyndrom nicht empfohlen. Da sich das Schmerzempfinden mit der Erkrankung verändert, haben diese Substanzen bei längerer Anwendung keinen positiven Effekt – im Gegenteil, sie verstärken die Störung der Schmerzwahrnehmung. Auch die Nebenwirkungen der Schmerzmittel, wie zum Beispiel Verstopfung bei Opiaten, machen die Einnahme bei Reizdarmsyndrom nicht empfehlenswert.

      Welche Reizdarm-Medikamente helfen bei Durchfall?

      Akute Durchfälle, wie sie bei Magen-Darm-Infektionen bekannt sind, unterscheiden sich meist von den chronischen Durchfällen, wie sie bei Reizdarmsyndrom auftreten. Deshalb hilft bei längerer Erkrankungsdauer eine ursächliche, ganzheitliche Therapie des Reizdarmsyndroms, um die Durchfälle zu reduzieren. Dennoch gibt es einige Medikamente, die Betroffenen in akuten Phasen helfen können.

      Übersicht über Medikamente gegen Durchfall mit Empfehlungsgrad


        Empfehlungsgrad
        Medikamente
        möglich
         
        Loperamid
        Ballaststoffe
        Cholestyramin
        Probiotika (zum Beispiel E. coli Nissle und Bifidobakterien)
        pflanzliche Substanzen (zum Beispiel Pfefferminz- oder Kümmelöl)
        5-HT3-Antagonisten in Ausnahmefällen
        Spasmolytika wie Butylscopolamin
        eher nicht zu empfehlen
         
        Traditionelle Chinesische Medizin/Kräutertherapie
        Antibiotika (Ausnahme: Rifaximin in Einzelfällen)
        Aloe vera
        nicht zu empfehlen
        Racecadotril

        Bei Störungen der Beweglichkeit der Darmmuskulatur (Motilitätsstörung) ist Loperamid ein geeigneter Wirkstoff. Die Substanz wirkt nahezu ausschließlich an Rezeptoren im Darm und reduziert die Beweglichkeit des Darms, was dazu führt, dass die Nahrung länger im Darm verbleibt. Dadurch werden mehr Flüssigkeit und Elektrolyte aus der Nahrung absorbiert und der wässrige Stuhl kann sich wieder verfestigen. Loperamid darf ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als zwei Tage eingenommen werden. Während der Einnahme ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.


          Loperamid
          Anwendung
          zunächst 2 Tabletten und anschließend nach jedem geformten Stuhl jeweils eine Tablette, max. 6 Stück pro Tag
          Kontraindikationen
          Durchfälle mit Fieber und/oder blutigem Stuhl
           
          Durchfälle im Zusammenhang mit Antibiotikaeinnahme
           
          bakteriell bedingte Darmentzündung durch enteroinvasive Erreger (zum Beispiel Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, E.-coli-Varianten)
           
          chronischer Durchfall
           
          Colitis ulcerosa mit akutem Schub
           
          Phenylketonurie (Stoffwechselstörung mit der Unfähigkeit, Phenylalanin abzubauen, wie zum Beispiel in Aspartam enthalten)
          Nebenwirkungen
          Kopfschmerzen, Schwindel
          Obstipation, Übelkeit, Flatulenz, abdominelle Schmerzen, aufgeblähter Bauch
          Erbrechen, Sodbrennen, Mundtrockenheit
          Hautausschlag
          Wechselwirkungen
          P-Glykoprotein-Inhibitoren: Erhöhung der Plasmaspiegel von Loperamid, bei Einnahme von zwei Tagen Dauer jedoch klinisch eher nicht relevant

          Welche Reizdarm-Medikamente helfen bei Verstopfung?

          Ist ein Toilettengang nicht mindestens dreimal pro Woche möglich, so spricht man von Verstopfung. In diesem Fall ist der Stuhl sehr hart und besteht meist aus einzelnen Klumpen. In der Gesellschaft nimmt die Tendenz zur Verstopfung zu, da sich viele Menschen zu oft von ballaststoffarmen Fertig- und Fast-Food-Produkten ernähren. Eine ballaststoffreiche und gesunde Mischkost ist hingegen empfehlenswert. Trotz gesunder Ernährung liegt Verstopfung bei Reizdarmsyndrom häufig an einer gestörten Beweglichkeit (Motilität) des Darms. Gegen Verstopfung bei Reizdarmsyndrom können die folgenden Medikamente helfen.

          Übersicht über Medikamente gegen Verstopfung mit Empfehlungsgrad


            Empfehlungsgrad
            Medikamente
            empfohlen
            Ballaststoffe, zum Beispiel indische Flohsamenschalen
            möglich
             
            osmotische Laxanzien vom Macrogoltyp
            Lubiproston
            Probiotika (zum Beispiel E. coli Nissle und Bifidobakterien)
            pflanzliche Substanzen (zum Beispiel STW5)
            Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
            Spasmolytika, zum Beispiel Butylscopolamin
            eher nicht zu empfehlen
            Domperidon
            Antibiotika
            andere pflanzliche Substanzen

            Welche Reizdarm-Medikamente helfen bei Blähungen oder Blähbauch?

            Einige vom Reizdarmsyndrom Betroffene leiden vor allem unter Blähungen, Völlegefühl und einem Blähbauch. Darmwinde sind grundsätzlich bis zu 20 Mal am Tag als normal einzustufen. Treten diese häufiger auf und stellen sie das Hauptsymptom dar, verbirgt sich sehr oft eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinter. Als Symptom des Reizdarmsyndroms ist ein geblähter Bauch oft auch schmerzhaft. Vielen Betroffenen hilft als erste Maßnahme Wärme. Die nachfolgend vorgestellten Medikamente können die Symptome ebenfalls lindern. Betroffene, die an einer bakteriellen Fehlbesiedlung leiden, können mit einem Antibiotikum behandelt werden, das die Symptome reduziert oder gänzlich verschwinden lässt.

            Übersicht über Medikamente gegen Blähungen/Völlegefühl mit Empfehlungsgrad


              Empfehlungsgrad
              Medikamente
              möglich
               
              Entschäumer, zum Beispiel Simeticon
              Probiotika (zum Beispiel E. coli Nissle und Bifidobakterien)
              pflanzliche Substanzen
              Rifaximin (Antibiotikum, je nach Ursache der Beschwerden zu empfehlen)
              eher nicht zu empfehlen
               
              Cholinergika/Parasympathomimetika
              Analgetika
              trizyklische Antidepressiva
              nicht zu empfehlen
              Pancreasenzyme

              Schmerzhafte Gase im Darm sammeln sich oft in Form von Blasen und Schaum. So können die Gase allerdings nicht von der Darmwand aufgenommen werden. Simeticon ist ein Entschäumer (Carminativum), der ausschließlich physikalisch im Darm wirkt. Er senkt die Oberflächenspannung von Gasblasen, sodass diese zerplatzen und das Gas von der Darmwand aufgenommen werden kann.

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