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Chronische Typ-C-Gastritis

Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Eine chronische Typ-C-Gastritis ist eine Form der anhaltenden (chronischen) Entzündung der Magenschleimhaut. Betroffen sind insbesondere ältere Menschen. Generell ist die chronische Gastritis eine sehr häufige Erkrankung. Ihre Häufigkeit variiert stark von Land zu Land. Im globalen Süden ist fast jeder Zweite betroffen. Diese Zahlen beziehen sich jedoch auf alle chronischen Gastritiden, nicht nur Typ C.

Was sind die Ursachen einer chronischen Typ-C-Gastritis?

Der Zusatz “Typ C” bezeichnet eine Unterform der chronischen Gastritis. Die chronische Gastritis wird nach der Ursache ihrer Entstehung in drei Typen eingeteilt:

  • Typ-A-Gastritis: Gastritis wird durch das eigene Immunsystem ausgelöst (“A” bezieht sich auf Autoimmunität)
  • Typ-B-Gastritis: bakterielle Gastritis, meist bedingt durch Helicobacter pylori (“B” bezieht sich auf bakterielle Erreger)
  • Typ-C-Gastritis: chemische Gastritis (“C” bezieht sich auf die auslösenden chemischen Substanzen).

Bei ungefähr 30 Prozent der chronischen Magenschleimhautentzündungen handelt es sich um eine Typ-C-Gastritis. Bei dieser Form schädigen chemische Substanzen die Magenschleimhaut (Noxen). Eine längerfristige Einnahme bestimmter Medikamente wie Ibuprofen oder (Acetylsalicylsäure, Aspirin) oder der chronische Rückfluss von Gallensaft in den Magen (Galle-Reflux) kann eine solche Entzündung verursachen.

Ibuprofen und ASS gehören zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Das sind Schmerzmittel, die fiebersenkend und entzündungshemmend wirken. Sie werden bei unterschiedlichen Krankheitsbildern verwendet und führen bei langfristiger Einnahme zu einer Schädigung der Magenschleimhaut.

Auch Rauchen und Alkoholkonsum können eine Typ-C-Gastritis verursachen. Die Einnahme von Glucocorticoiden (Cortison-Präparate) oder SSRI (Antidepressiva: selektiver Serotonin-Reuptake-Inhibitor) in Kombination mit NSAR erhöht das Risiko für eine Typ-C-Gastritis ebenfalls.


Schon gewusst?

Treten nach Beginn einer medikamentösen Therapie mit NSAR (zum Beispiel Ibuprofen oder ASS) erstmals Magenbeschwerden auf, liegt der Verdacht auf eine Typ-C-Gastritis nahe.


Welche Beschwerden treten bei der Typ-C-Gastritis auf?

Eine chronische Gastritis verläuft bei vielen Betroffenen symptomfrei. Es können aber auch unspezifische Oberbauchbeschwerden auftreten, die sich dann mit beschwerdefreien Intervallen abwechseln. Oft haben Patienten auch gar keine Symptome und fallen erst nach langjähriger Erkrankung zum Beispiel mit einer Magenblutung auf. Mögliche Beschwerden bei einer chronischen Gastritis sind:

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Aufstoßen
  • verminderter Appetit bei trotzdem starkem Hungergefühl
  • Nüchternschmerz (Schmerzen bei leerem Magen)
  • Schmerz nach dem Essen (postprandialer Schmerz)
  • schnelles Sättigungsgefühl beim Essen.
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Bei der Typ-C-Gastritis wechseln die Beschwerden und deren Intensität häufig. Vermeiden Betroffene schädigende Substanzen, bessern sich in der Regel auch die Beschwerden.


Wie ist eine Magenblutung zu erkennen?

Magenblutungen führen zu Übelkeit und Erbrechen. Wenn das Erbrochene schwarz-braun gefärbt ist, liegt der Verdacht auf eine Magenblutung nahe. Da die Färbung an Kaffeesatz erinnert, spricht man auch von „kaffeesatzartigem Erbrechen”. In diesem Fall solltest man unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen. Auch pechschwarz verfärbter Stuhlgang kann ein Hinweis auf eine Magenblutung sein und sollte dringend abgeklärt werden.


Besteht bei der Typ-C-Gastritis ein Risiko für Vitamin-B12-Mangel?

Im Gegensatz zur Typ-A-Gastritis besteht bei der Typ-C-Gastritis kein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B-12-Mangel. Für die Aufnahme von Vitamin B12 im Dünndarm ist der sogenannte Intrinsic Factor notwendig. Bei der Typ-A-Gastritis können Antikörper gegen den Intrinsic Factor vorliegen. Bei der Typ-C-Gastritis ist dies nicht der Fall.

Wie wird die Diagnose Typ-C-Gastritis gestellt?

Liegt ein Verdacht auf eine chronische Gastritis vor, wird eine endoskopische Untersuchung der Speiseröhre (Ösophagus), des Magens (Gaster) und des Zwölffingerdarms (Duodenum) durchgeführt (umgangssprachlich Magenspiegelung, auch ÖGD: Ösophago-Gastro-Duodeno-Skopie). Hierbei wird die Magenschleimhaut mit einer Kamera von innen betrachtet und es werden Proben entnommen.

Bei allen Typen der chronischen Gastritis lässt sich eine Diagnose ausschließlich histologisch (feingeweblich) stellen. Darunter versteht man, dass eine Probe des Gewebes der Magenschleimhaut unter dem Mikroskop beurteilt wird.

Bei der Typ-C-Gastritis kommt es zu spezifischen Veränderungen. Häufig ist der untere Teil des Magens (das sogenannte Antrum) von der Entzündung betroffen. Im Gewebe zeigen sich Schwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme), Rötungen der Schleimhaut und ein vermehrtes Wachstum der Schleimhaut (Mukosa).

Wie therapiert man eine Typ-C-Gastritis?

Die Grundlage der Therapie einer Typ-C-Gastritis ist es, die auslösenden Substanzen zu meiden (Medikamente, Rauchen, Alkohol und so weiter). Liegen bereits Schädigungen der Magenschleimhaut vor, werden Medikamente eingesetzt, die die Magensäureproduktion reduzieren und so die Schleimhaut schützen (Protonenpumpeninhibitoren, PPI). Diese Medikamente sollten in ausreichend hoher Dosierung verordnet werden, die nach einiger Zeit wieder reduziert werden kann.

Zusätzliche Medikamente können erwogen werden, wenn der Rückfluss von Galle in den Magen ursächlich für die Entzündung ist, oder wenn die Passage von Nahrung durch den Magen beschleunigt werden soll (Prokinetika).

Da Stress einen Einfluss auf die Erkrankung hat, können Sport, autogenes Training oder auch unterstützende psychotherapeutische Maßnahmen helfen.


Wichtig!

Sind sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) für die Beschwerden verantwortlich, sollten Betroffene diese in Absprache mit den behandelnden Ärzten je nach Möglichkeit absetzen. Ist dies nicht möglich, sollte die Wahl auf solche Wirkstoffe fallen, die als besser verträglich gelten. Außerdem sollten magenschützende Wirkstoffe ergänzt werden.


Wie ist die Prognose einer chronischen Typ-C-Gastritis?

Die chronische Gastritis verläuft in Schüben. In der Regel ist die Lebenserwartung durch die Krankheit nicht eingeschränkt. Die Entzündung kann jedoch über einen langen Zeitraum in manchen Fällen zu einer Verkümmerung der Magenschleimhaut führen (chronisch atrophe Gastritis).

Anders als bei der Typ-A- und Typ-B-Gastritis ist bei der Typ-C-Gastritis das Risiko für ein Magenkarzinom (Magenkrebs) nicht erhöht. Allerdings können sich bei der Typ-C-Gastritis Magengeschwüre (Ulzera) bilden. Diese können bluten oder sogar zu einem Magendurchbruch (Perforation) führen, was lebensgefährlich sein kann.

Folgende Maßnahmen können die Prognose der Erkrankung verbessern:

  • falls möglich Medikamente absetzen, die die Magenschleimhaut schädigen
  • Rauchentwöhnung
  • strenger Verzicht auf Alkohol.

Welche Ernährung ist bei Typ-C-Gastritis zu empfehlen?

Für Patienten mit Typ-C-Gastritis gibt es keine klaren Ernährungsempfehlungen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist dennoch wichtig, da bei bereits bestehenden Magen-Darm-Beschwerden die Verdauungsorgane nicht noch zusätzlich belastet werden sollten.


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Da die Typ-C-Gastritis durch schädliche Stoffe (Noxen) entsteht, sollte man diese in erster Linie meiden. Hierzu zählen Nikotin und Alkohol. Auch Kaffee in großen Mengen greift die Magenschleimhaut an und sollte reduziert werden. Wie verträglich Nahrungsmittel für den Magen sind, hängt außerdem von der Zubereitungsart und Darreichungsform ab.

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Dr. med. Andre Sommer

Dr. med. Andre Sommer

Ich arbeite als Arzt in Berlin. Zusammen mit einem Team aus Ärzten, Psychologen und Ernährungsberatern haben wir neben dieser Seite eine Therapie entwickelt, mit dem Betroffene die Ursachen und Zusammenhänge für ihre Verdauungsprobleme herausfinden können.

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