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Dauer und Verlauf einer Gastritis – Wie lange dauert eine Magenschleimhautentzündung?

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Dr. med. André Sommer
Dr. med. André Sommer

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Inhaltsverzeichnis

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Spricht der Arzt von einer Gastritis, meint er damit eine Entzündung der Magenschleimhaut. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Krankheitsverläufe variabel. Wie lang eine Gastritis andauert, hängt von vielen Faktoren ab. Einige davon können wir beeinflussen und die Heilung der Gastritis damit beschleunigen.

Was ist eine Gastritis?

Der Begriff Gastritis setzt sich aus den lateinischen Begriffen “Gaster” (Magen) und” –itis” (Entzündung) zusammen. Gemeint ist damit eine Magenschleimhautentzündung, zum Beispiel durch vermehrte Bildung aggressiver Magensäure, die die empfindliche Schleimhaut irritiert und auf Dauer auch schädigen kann. Zur genauen Entstehung einer Gastritis und deren Behandlungsmöglichkeiten findest du hier mehr Informationen.

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Wie lang dauert eine Gastritis allgemein?

Entzündungen im Körper können unterschiedlich lange Verläufe haben – so auch die Gastritis. Die Dauer der Beschwerden hängt hauptsächlich vom Auslöser ab. Diese müssen unterschiedlich behandelt werden, deshalb empfiehlt sich in jedem Fall ein Besuch beim Facharzt, der das Ausmaß der Magenschleimhautentzündung richtig einschätzen und behandeln kann.

Grundsätzlich unterschieden werden akute und chronische Formen einer Entzündung. Um zu entscheiden, um welche Form der Gastritis es sich beim Patienten handelt, beurteilt der Arzt die Schleimhaut im Rahmen einer Magenspiegelung (Gastroskopie). Die Diagnosestellung wird davon beeinflusst, wie

  • schwer die Magenschleimhaut entzündet ist
  • lang die Entzündung schon anhält
  • früh die Gastritis entdeckt wurde

Wie ist die Dauer einer akuten Gastritis?

Halten die Symptome einer Gastritis nur einige Tage bis wenige Wochen an, spricht man von einer akuten Gastritis. Sie kann entweder von selbst wieder verschwinden oder durch einfachen Verzicht der Auslöser erreicht werden. Um eine selbstständige Regeneration der Magenschleimhaut zu erreichen, sollte auf stark reizende Substanzen und Nahrungsmittel verzichtet werden. So zum Beispiel auf übermäßigen Konsum von

  • Alkohol
  • Nikotin
  • Kaffee
  • Stark gewürztem, scharfem Essen

Achtung: Auch Stress kann im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen schlagen und Grund einer akuten Gastritis sein. Dieser Stress kann psychisch bedingt sein, aber auch physisch nach Operationen, Unfällen, Verbrennungen, Strahlentherapie oder im Leistungssport auftreten.

Eine medikamentöse Behandlung der akuten Gastritis ist zunächst nicht notwendig. Tritt durch den Verzicht auf Risikoprodukte keine Besserung ein, kann der Arzt Präparate verschreiben, die schützend (protektiv) auf die Magenschleimhaut wirken. Darunter fallen Protonen-Pumpen-Inhibitoren (PPIs), welche die Schleimhaut davor bewahren, zu viel Magensäure zu produzieren. Mit diesen sollte eine Besserung der Beschwerden schon nach wenigen Tagen eintreten.

Wie lange dauert eine chronische Gastritis?

Jede akute Entzündung kann unter Umständen auch dauerhaft bestehen bleiben (chronifizieren). Von einer chronischen Gastritis spricht man, sobald die Krankheit Wochen bis Monate andauert. Die Diagnosestellung erfolgt über ein kleines Stück Magenschleimhaut, das während der Magenspiegelung entnommen und zur Untersuchung an den Pathologen gesandt wird. Entdeckt dieser bei der mikroskopischen Beurteilung Entzündungszellen, Keime oder Antikörper gegen Magenzellen in der Gewebeprobe, gilt die Diagnose chronische Gastritis als gesichert.

Oft ist die chronische Gastritis ein Zufallsbefund bei Vorsorgeuntersuchungen und Magenspiegelungen. Nicht selten besteht die Magenentzündung schon seit Monaten bis Jahren und ist dabei weitgehend unbemerkt geblieben. Mögliche Symptome wie Völlegefühl, sind unspezifisch und werden vom Patienten zwar als belastend wahrgenommen aber oft als solches hingenommen. Neben der Belastung durch die Symptome, kann eine länger bestehende Entzündung auch schwerwiegendere Schäden der Magenschleimhaut anrichten. Bleibt sie über lange Zeit unbehandelt, kann ein blutendes Magengeschwür (Ulcus ventriculi) entstehen. Behandelt man auch dieses nicht, steigt das Risiko der Entartung und somit das einer bösartigen (malignen) Krebserkrankung des Magens.

Wird eine Gastritis chronisch, kann sie anhand ihrer Ursache in eine von insgesamt drei Unterkategorien eingeteilt werden.


    Dauer / Verlauf einer Typ-A-GastritisDauer / Verlauf einer Typ-B-GastritisDauer / Verlauf einer [Typ-C-Gastritis]
    Durch das eigene Immunsystem (Autoimmun)Durch Bakterien (Helicobacter pylori)Durch chemische Stoffe (Medikamente)
    Bislang unzureichend erforscht und kann noch nicht komplett geheilt werden – daher bleibt die Dauer der Entzündung unvorhersehbarEine Behandlung der Beschwerden und Mangelerscheinungen ist jedoch möglich (Zum Beispiel Blutarmut (Anämie) durch den Mangel an Vitamin B12. Wir behandeln also die Symptome, nicht jedoch ihren AuslöserBessert sich nach einigen Wochen unter Einnahme einer Kombinationstherapie aus drei Medikamenten –darunter Säureblocker und Antibiotika gegen die BakterienVerschwindet nach einigen Tagen, nachdem das kritische Präparat wieder abgesetzt wurde und die Magenschleimhaut wieder zur Ruhe kommt

    Tab. 1. Dauer und Verlauf von Gastritis Typ A, B und C

    Schreibt mich mein Arzt bei einer Gastritis krank?

    Übelkeit, Erbrechen und starke Bauchschmerzen sind typische Symptome einer Gastritis. Unter diesen Umständen zu arbeiten, ist schwierig. Grundsätzlich entscheidet der behandelnde Arzt über die Arbeitsfähigkeit seines Patienten. Dabei berücksichtigt er die Schwere der Krankheitssymptome, sowie die Belastung am Arbeitsplatz des Patienten. Auch die Form der Gastritis spielt eine entscheidende Rolle für die Krankschreibung. Mit einer ärztlichen Krankschreibung von bis zu 6 Wochen besteht während dem Ausfall Anspruch auf das volle Gehalt.

    • Für eine akute Gastritis, die nach kurzer Zeit wieder abklingt, genügt eine Krankschreibung über einige Tage.
    • Die chronischen Gastritiden bedürfen längerer Genesungszeit und bringen Krankschreibungen über teils mehrere Wochen mit sich.
    • Besteht die Gastritis schon lange, müssen die Komplikationen wie blutende Magengeschwüre (Ulcus ventriculi) möglicherweise operativ versorgt werden. Dies setzt die stationäre Aufnahme im Krankenhaus voraus. In diesem Fall deckt die Krankschreibung den Aufenthalt selbstverständlich mit ab.

    Wie lange sollte ich bei Schonkost bleiben?

    Die Schonkost, umgangssprachlich für die gastroenterologische Basisdiät, verordnet der Arzt vor allem nach Bauchoperationen, schweren Gastritis-Verläufen und anderen Magen-Darm-Erkrankungen. Dabei wird der Magen-Darm-Trakt schrittweise auf die Verdauung leichter Kost vorbereitet.


      Stufe 1Stufe 2Stufe 3
      TeeFettfreie Suppe/BrüheZwiebackGemüseMageres Fleisch/FischReisNudelnKartoffelnMagere MilchprodukteBrotGetreideprodukteReifes ObstEier

      Tab. 2: Stufenschema der Schonkost bei Gastritis

      Wichtig: Unser Magen sagt uns meist von selbst, was das Richtige für ihn ist – wir müssen nur auf ihn hören. Dennoch gilt es, besonders reizende Speisen nur mit Vorsicht zu genießen. Darunter fallen:

      • Alkohol
      • Nikotin
      • Kaffee oder schwarzer Tee
      • Kohlensäurehaltige Getränke
      • Scharfe, stark gewürzte Speisen
      • Fettreiche Milchprodukte (Vollmilch, Sahne, fette Käsesorten)
      • Frittierte Speisen
      • Gebratene oder Geräucherte Speisen
      • Blähende Gemüsesorten (Lauch, Bohnen, Kohl)

      Die richtige Ernährung legt den Grundstein einer raschen Heilung der Gastritis und beugt damit auch anderen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes vor. Die riesige Auswahl und ständige Verfügbarkeit an Lebens- und Genussmitteln kann dabei überfordernd sein.

      Wir empfehlen die kostenlose Ernährungs- und Symptomtagebuch App von Cara Care. Die Cara App kannst Du hier herunterladen und dir fachliche Unterstützung von unseren Experten sichern.

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