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Darmspiegelung (Koloskopie) – Wie ist der Ablauf? Was darf ich essen? Wie hoch sind die Kosten?

Diagnose, Therapie & Medizinisches

Dr. med. André Sommer
Dr. med. André Sommer

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Darmspiegelung Koloskopie

Inhaltsverzeichnis

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Die Darmspiegelung, in der Fachsprache Koloskopie genannt, dient der genauen Untersuchung des Dickdarms. Die Darmspiegelung spielt eine wichtige Rolle in der Vorsorge von Darmkrebs und in der Diagnostik von weiteren Erkrankungen, z.B. chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Untersuchung wird von einem Arzt durchgeführt, der das Untersuchungsgerät (Koloskop) durch den After in den Darm einführt und Kameraaufnahmen von der Darmschleimhaut macht. Vor der Darmspiegelung muss der Patient mit Hilfe von Abführmitteln „reinigen“, damit der Arzt den Darm von innen beurteilen kann.

Das Wichtigste zur Koloskopie im Überblick:

  • Die Darmspiegelung ist ein zentraler Baustein der Darmkrebsvorsorge.
  • Regelmäßige Darmspiegelungen können das Risiko für Darmkrebs effektiv reduzieren.
  • Auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gehören regelmäßige Darmspiegelungen zur Standarddiagnostik.
  • Die Kosten für Darmspiegelungen zur Darmkrebsvorsorge werden alle zehn Jahre ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen.
  • Alternativen zur Darmspiegelung sind häufig weniger aussagekräftig oder werden von den Krankenkassen nur in bestimmten Fällen bezahlt.

Wann wird eine Koloskopie durchgeführt?

Es gibt verschiedene Situationen, in denen eine Koloskopie ärztlich empfohlen und für notwendig betrachtet wird (Indikationsstellung):

  • Im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen wird die Koloskopie ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre empfohlen. Die Kosten dafür übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.
  • Wenn Darmkrebs in der Familie bei Verwandten vorgekommen ist, wird schon früher die erste Darmspiegelung empfohlen: entweder ab dem 40.- 45. Lebensjahr oder spätestens zehn Jahre vor dem frühesten Krebserkrankungsalter in der Familie.
  • Es gibt familiäre Tumorsyndrome, bei denen ein hohes Risiko für Darmkrebs besteht. Dazu gehören die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) oder das hereditäre, nicht polypöse Kolonkarzinom-Syndrom (HNPCC). Für Betroffene gibt es spezielle Tumorvorsorge-Programme mit häufigeren koloskopischen Untersuchungen.
  • Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Verdacht auf solche oder Patienten mit ungewöhnlichen, andauernden Verdauungsbeschwerden oder Blut im Stuhl wird oft eine Koloskopie zur weiteren Abklärung angeboten.
  • Patienten mit bereits diagnostizierter Colitis ulcerosa, einer Form von chronisch-entzündlicher Darmerkrankung, haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Sie können daher häufiger eine Darmspiegelung wahrnehmen. Dabei ist die Häufigkeit auch von Schwere und Ausdehnung der Entzündungen abhängig. Bei Morbus Crohn gelten ähnliche Standards, wenngleich für Morbus Crohn-Patienten kein erhöhtes Darmkrebsrisiko belegt ist.
  • Wenn schon eine Darmkrebserkrankung in der Vorgeschichte besteht, gehören regelmäßige Kontrollkoloskopien zum Nachsorgeprogramm.
  • Reizdarmsyndrome erhöhen nicht das Risiko für Darmkrebs. In der Abklärung von funktionellen Verdauungsbeschwerden wird aber in der Regel eine Darmspiegelung gemacht, um mögliche Ursachen der Verdauungsbeschwerden zu finden.

Wie bereite ich mich auf die Darmspiegelung vor?

Vor der Darmspiegelung erfolgt eine ärztliche Beratung mit Aufklärung über die Untersuchung sowie über notwendige Vorbereitungsmaßnahmen. Der Arzt muss über alle Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, informiert werden.

Der Darm muss vor der Koloskopie vollständig entleert sein. Ansonsten kann der Untersucher die Darmschleimhaut nicht oder nur unvollständig beurteilen. Dafür muss der Patient die Anweisungen des Untersuchers für die Darmreinigung folgen. Die Empfehlungen können von Untersucher zu Untersucher leicht variieren. In der Regel sollten ab etwa vier Tagen vor der Untersuchung keine Nahrungsmittel, die Körner oder Quellstoffe enthalten, aufgenommen werden. Dazu zählen auch körnerhaltige Früchte wie z.B. Kiwi und manche Beeren. Spätestens ab Mittag des Tages vor der Untersuchung darf keine feste Nahrung mehr aufgenommen werden. Klare Flüssigkeiten können getrunken oder als Brühe gelöffelt werden.

Am Abend vor der Untersuchung wird ein flüssiges Abführmittel getrunken sowie weiterhin viel klare Flüssigkeit getrunken. Die Abführmittel haben Namen wie „Klean Prep“ oder „Moviprep“. Der Arzt informiert darüber, mit welchem Abführmittel er arbeitet. Bereits über die Nacht kann vermehrter Stuhlgang einsetzen.

Auch am Morgen vor der Untersuchung wird nochmals das Abführmittel zugeführt sowie viel klare Flüssigkeit. Der Stuhlgang sollte dann allmählich in eine gelblich-klare Flüssigkeit übergehen.

Die Untersuchung selbst kann ambulant durchgeführt werden. Nach erfolgter Darmreinigung kann die Koloskopie erfolgen.

Wie ist der Ablauf und die Dauer einer Darmspiegelung ?

Die Dauer der Darmspiegelung beträgt in der Regel 15 bis 30 Minuten. Bei schlechten Untersuchungsbedingungen oder Auffälligkeiten kann die Untersuchung auch mehr Zeit beanspruchen. Darmspiegelungen werden häufig ambulant in einer Praxis (Internist, Gastroentereologe) oder auch stationär im Krankenhaus durchgeführt.

1. Vorbereitung der Darmspiegelung

Zu Beginn der Untersuchung wird im Bett liegend die Links-Seitenlage eingenommen. Auf Wunsch kann vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel gegeben werden, das die Untersuchung für den Patienten angenehmer machen kann. Unmittelbar vor der Untersuchung wird ein venöser Zugang gelegt. Über diesen Zugang wird kurz vor Beginn der Darmspiegelung ein kurzwirksames Betäubungsmittel (Anästhetikum) verbreicht, dadurch bekommt man von der Darmspiegelung kaum etwas mit. Dies macht die Untersuchung angenehmer. Es wirkt auch muskelentspannend, was es für den Untersucher einfacher macht und die Aussagefähigkeit der Ergebnisse erhöht. Der Betroffene kann sich hinterher nicht mehr oder kaum an die Untersuchung erinnern.

2. Beginn der Darmspiegelung

Der Patient liegt auf der Untersuchungsliege in Seitenlage. Der Untersucher wird mit Hilfe von Vaseline oder einem ähnlichen Gleitmittel den Untersuchungsschlauch einführen. Das Gerät wird auch Endoskop genannt. Der Schlauch ist etwa 1,5 m lang, an seinem Ende befindet sich eine Kamera. Neben der Kamera bietet es auch einen „Arbeitskanal“, durch den Instrumente ans Ende des Schlauches in den Darm geführt werden können.

Der Schlauch wird bis zum Übergang in den Dünndarm vorgeschoben und es wird Gas in den Darm geleitet (Luft oder Kohlendioxid), um diesen besser von innen begutachten zu können. Der Untersucher zieht den Schlauch wieder langsam zurück. Dabei betrachtet er die Darmschleimhaut genau.

Verdächtig sind z.B. kleine entzündliche Schleimhautläsionen oder kleine Schleimhautwucherungen(Polypen). Darmkrebs entwickelt sich fast immer aus Polypen, die über viele Jahre hinweg in bösartiges Gewebe entarten. Der Untersucher trägt Polypen mit Hilfe von Instrumenten, die er über den Arbeitskanal einführt, ab. Das abgetragene Gewebe wird anschließend feingeweblich (histologisch) untersucht.

3. Ende der Darmspiegelung

Die Untersuchung ist nach etwa 30 Minuten vorbei. Der Patient kann sich noch etwas ausruhen und sollte dann von einem Bekannten nach Hause gebracht werden. Autofahren ist für 24 Stunden nach der Untersuchung nicht möglich, weil die Beruhigungsspritze noch nachwirkt.

4. Nach der Darmspiegelung

Während der Untersuchung wird der Dickdarm durch das Endoskop mit Raumluft aufgeblasen, um die Sichtbedingungen zu verbessern. Die verbleibende Luft kann nach der Untersuchung Bauchschmerzen verursachen und zu vermehrtem Abgang von Winden (Flatus) führen. Es ist wichtig nach der Untersuchung, die Luft aus dem Darm entweichen zu lassen, um Bauchschmerzen vorzubeugen. Eine Alternative zur Verwendung von Luft als Gas zum Aufblasen des Darmes ist der Einsatz von Kohlendioxid. Der Vorteil darin besteht, dass Kohlendioxid deutlich besser über die Darmschleimhaut resorbiert wird und dadurch weniger Bauchschmerzen und Blähungen zurückbleiben nach der Untersuchung.

Wann darf nach der Koloskopie wieder gegessen werden?

Nach der Untersuchung und nach Nachlassen der sedierenden Medikation darf der Patient wieder ganz normal essen und trinken, wie Appetit da ist.

Wann wird eine erneute Koloskopie durchgeführt?

In einer Nachbesprechung werden die Ergebnisse der Untersuchung mitgeteilt und eventuelle Konsequenzen besprochen. Bei der normalen Darmkrebsvorsorge wird die nächste Kontrollkoloskopie erst nach zehn Jahren durchgeführt.

Wer übernimmt die Kosten für die Koloskopie?

Die Kosten für die Koloskopie werden von der Krankenversicherung getragen, wenn die Untersuchung medizinisch begründet war. Es sollten keine Kosten auf den Patienten zukommen. Falls es Probleme mit der Kostenübernahme geben könnte, muss der Arzt darüber aufklären, sodass die Kostenübernahme noch im Vorfeld der Untersuchung geklärt werden kann. Ab dem 55. Lebensjahr hat jeder die Möglichkeit, im Rahmen der Darmkrebsvorsorge alle zehn Jahre eine Koloskopie vornehmen zu lassen.

Warum ist die Koloskopie sinnvoll?

Koloskopien dienen in erster Linie der Darmkrebsvorsorge und der Diagnosesicherung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Darmkrebs entsteht aus Darmschleimhautpolypen. Polypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, von denen einige sich über Jahre hinweg zu bösartigem Darmkrebs entwickeln können. Während der Koloskopie werden die Polypen abgetragen – die Darmkrebsvorstufen werden entfernt. Wenn sich bereits Darmkrebs entwickelt hat, wird dieser über die Koloskopie entdeckt, bevor er Symptome zeigt. Je früher der Krebs entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Da die Darmkrebsvorsorge mittels Koloskopie das Auftreten von Darmkrebs tatsächlich vermindern kann, ist die Koloskopie in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen worden.

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