Digestive Disorders

Intolerances

Chronische Verdauungsbeschwerden über vier Wochen mit Durchfall und Bauchschmerzen sollten in der Regel ärztlich abgeklärt werden. Auch neu auftretende Stuhlveränderungen sollten untersucht werden. Zunächst werden die Beschwerden dem Hausarzt mitgeteilt, der gemeinsam mit dem Betroffenen das weitere Vorgehen bespricht. In bestimmten Fällen ist eine umfangreiche Diagnostik beim Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialist) notwendig. Bei Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit können Gastroenterologen gezielte, weiterführende Tests einsetzen. Verdauungsbeschwerden durch Nahrungsmittelintoleranzen sind ungefährlich, aber belastend.


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Wichtig Blutige Durchfälle oder rascher Gewichtsverlust sind immer ein Warnzeichen. In diesem Fall sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden und eine gastroenterologische Untersuchung erfolgen.


Welche Arten von Lebensmittelunverträglichkeiten gibt es?

Häufig werden die Begriffe Lebensmittelunverträglichkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Nahrungsmittelintoleranz und Nahrungsmittelallergie synonym verwendet. Dies ist allerdings nicht korrekt. Als Lebensmittelunverträglichkeit werden alle unerwünschten Reaktionen des Körpers auf Nahrungsmittel zusammengefasst. Diese Reaktionen entstehen aber auf unterschiedliche Weise – das heißt, sie haben einen anderen Pathomechanismus. Man unterscheidet:

  • Lebensmittelallergie: allergische Reaktion – durch das Abwehrsystem (Immunsystem) vermittelt
  • Lebensmittelintoleranz: gestörte Spaltung oder Aufnahme von Nahrungsbestandteilen

Was ist eine Lebensmittelallergie?

Bei einer Lebensmittelallergie kommt es durch eine Reaktion des Immunsystems zu Beschwerden, die teilweise auch den Magen-Darm-Trakt betreffen. Bei dieser Erkrankung reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Substanzen: Es bildet Antikörper gegen die Eiweiße aus der Nahrung (Proteine). Es kommt zu einer allergischen Reaktion . Deswegen treten bei einer Lebensmittelallergie neben gastrointestinalen Beschwerden zusätzlich Symptome wie Hautausschlag und Juckreiz auf. Auch die Schleimhäute im Kopf- und Halsbereich können anschwellen. Das macht die Erkrankung so gefährlich: Denn schwillt der Hals zu, kann die Reaktion durch Atemnot lebensgefährlich werden. In schweren Fällen können Kreislaufbeschwerden bis zum allergischen Schock auftreten. Daher muss bei einer Lebensmittelallergie auf das Nahrungsmittel unbedingt komplett verzichtet werden. Typische Auslöser für Nahrungsmittelallergien sind:

  • Kuhmilch
  • Hühnerei
  • Weizen
  • Soja
  • Nüsse
  • Erdnüsse
  • Fisch und Krebstiere

Im Erwachsenenalter treten Lebensmittelallergien selten neu auf. Häufiger sind Kinder betroffen. Sie reagieren vor allem auf die Proteine in Kuhmilch, Weizen, Soja oder Hühnerei. In der Regel verliert sich die Allergie bis ins Erwachsenenalter. Nuss- und Fischallergien bleiben jedoch meist dauerhaft bestehen. Allergiker sollten immer ein Notfall-Allergieset bei sich tragen.

Was beinhaltet das Notfallset für Allergiker?


Das Notfallset enthält Antihistaminika (Mittel, die die Wirkung des Botenstoffs Histamin abschwächen), Kortison und eine Adrenalinspritze (EpiPen). Bei einem schweren Anfall mit Atemnot und Kreislaufversagen muss der Betroffene schnell reagieren und sofort zu den Medikamenten im Notfallset greifen.


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Was ist eine Lebensmittelintoleranz?

Liegt eine Lebensmittelintoleranz vor, können Nahrungsmittelbestandteile entweder durch einen Enzymmangel oder Enzymdefekt nicht gespalten werden (Maldigestion). Oder der Transporter für die Aufnahme des Nährstoffes ist defekt oder nicht in ausreichender Menge vorhanden (Malabsorption). Wird zum Beispiel Lactose nicht in seine Bestandteile Glucose und Galactose gespalten oder Fructose nicht vollständig aufgenommen, kommt es zu Beschwerden. Die Zucker gelangen in den Dickdarm und werden dort von den ansässigen Bakterien verstoffwechselt. Durch den Gärungsprozess entstehen Gase und somit unangenehme Blähungen und Krämpfe. Die Zucker bewirken außerdem, dass vermehrt Wasser in den Dickdarm fließt – Durchfall ist das Resultat. Folgende Intoleranzen werden diskutiert:

  • Lactoseintoleranz durch Lactasemangel
  • Histaminintoleranz durch Mangel an Diaminoxidase
  • Fructoseintoleranz durch Überlastung der GLUT-5-Transporter (Protein, das die Fructose in die Zellen transportiert)
  • hereditäre Fructoseintoleranz (sehr seltener erblicher Enzymmangel)
  • Lectin (in Weizen, Soja und Nachtschattengewächsen)
  • Sorbit
  • Weizensensitivität
  • Salicylatintoleranz (Salz der Salicylsäure – kommt natürlicherweise in Pflanzen, aber auch in verschiedenen Medikamenten vor)

Wie werden Lebensmittelintoleranzen getestet?

Durch die unvollständige Verdauung und Aufnahme von Lactose und Fructose entsteht durch den Gärungsprozess der Bakterien Wasserstoff (H2). Dieser kann durch eine Analyse des Atems festgestellt werden. Wie genau der H2-Atemtest funktioniert, beschreibt dieser Fachartikel. Viele Gastroenterologen bieten den Test an. Er gibt Hinweise aufs einen Lactasemangel oder eine Fructoseintoleranz.

Einige Ärzte und Heilpraktiker bieten Blutuntersuchungen auf IgG-Antikörper an, um Lebensmittelallergien aufzudecken. Diese sind nicht zu empfehlen, denn bei diesen Tests wird die Anzahl der IgG-Antikörper gemessen, der Immunglobuline, die sozusagen die Gesundheitswächter des menschlichen Organismus sind. Es ist allerdings ganz normal, dass der Körper IgG-Antikörper gegen Nahrungsmittel aufweist. Daher ist diese Art der Testung sehr umstritten. Sie ist zudem kostspielig, denn die Krankenkasse kommt nicht für die Kosten auf. Häufig führt das Ergebnis zudem zum unnötigen Verzicht auf viele Lebensmittel.

Gut geeignet zur Feststellung von Lebensmittelunverträglichkeiten ist das Führen eines Ernährungs- und Symptomtagebuches. . Diese Methode ist zwar aufwendiger, findet aber oft heraus, welche Lebensmittel schlecht vertragen werden. Durch Auslassungsdiät und anschließende Testphase kann die individuelle Verträglichkeitsgrenze für jedes Lebensmittel herausgefunden werden.

Fazit


Eine Lebensmittelunverträglichkeit kann mit unspezifischen Symptomen im Magen-Darm-Trakt einhergehen. Ein H2-Atemtest beim Arzt bringt Aufschluss über bestimmte Unverträglichkeiten. Überdies hilft ein Tagebuch, in dem die Symptome, der Zeitpunkt des Auftretens und die Intensität festgehalten werden, beim Aufdecken von Lebensmittelintoleranzen.


[mk_toggle title=”Quellen” icon=”moon-box-remove” style=”simple”] Kleine-Tebbe J, Wassmann-Otto A, Monnikes H. [Food Allergy and Intolerance : Distinction, Definitions and Delimitation]. _Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. _2016;59(6):705-722. doi: 10.1007/s00103-016-2356-1.

Somogyi, J.C., Mueller, H.R. and Ockhuizen, T., 1991. Food allergy and food intolerance: nutritional aspects and development. Online abgerufen am 10.10.2018 unter: http://agris.fao.org/agris-search/search.do?recordID=XF2015022997

Vogelreuter, A. (2012). Nahrungsmittel-unverträglichkeiten. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Online abgerufen am 10.10.2018 unter: https://static.onleihe.de/content/hirzel/20170209/978-3-7776-2486-0/v978-3-7776-2486-0.pdf [/mk_toggle]

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